Schon Wochen vorher zerbricht man sich den Kopf und tüftelt an einem feudalen Menü, das den Lieben am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag aufgetischt wird – ein Festmahl soll es werden, entweder der Gänsebraten mit allem Drum und Dran oder ein aufwendig zubereitetes und mit allerlei raffinierten Beilagen begleitetes Wildtier. Am Heiligen Abend aber gehen es viele Deutsche einfach an: Würstchen mit Kartoffelsalat landen auf dem Teller. Mit diesem bescheidenen Essen soll an die Armut von Maria und Josef gedacht werden und wie sie in einem einfachen Stall die Geburt von Jesus Christus erlebten.
Das muss aber noch lange nicht heißen, dass ein grundsätzlich einfaches Essen nicht auch ein bisschen aufgepeppt werden darf. „Weihnachten genießen“ stellt Varianten des Kartoffelsalats vor. Es sind Rezepte von drei Berliner Köchen, gedacht als kleine kulinarische Überraschung für die Familie oder Gäste am 24. Dezember.
Getrüffelter Kartoffelsalat mit Gänsebratwürstchen
Markus Semmler, Inhaber des Restaurants „Markus Semmler” empfiehlt für 4 Personen: 400 g Kartoffeln (Sorte La Ratte) in der Schale kochen und heiß pellen. 2 Schalotten in feine Würfel schneiden, in Olivenöl anschwitzen und mit weißem Balsamico ablöschen. Nun Olivenöl, 1 EL Senf, Salz, Pfeffer und einen Tropfen Trüffelöl zugeben, abschmecken und über die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln geben und ziehen lassen. Nach dem Erkalten 3 Stangen in ganz feine Streifen geschnittenen Frühlingslauch, 1 in Scheiben geschnittenen Artischockenboden und 10 g schwarze Wintertrüffel (z. B. beim „Frischeparadies“) leicht unterheben und abschmecken. Gänsebratwürstchen kross anbraten und aufsetzen. Alternative: Puten-Kochwürstchen.
Winterlicher Kartoffelsalat in zwei Variationen
Das Rezept von Markus Herbicht, Küchenchef im Restaurant ø: 800 g Kartoffeln (Sorte Bio Linda) mit ½ TL Kümmel und 1 EL Salz weich kochen. Kartoffeln abgießen, ausdampfen lassen, heiß pellen, dann in ca. 3 cm dicke Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. 100 ml Geflügelfond aufkochen, 3 EL Weißweinessig, 2 EL Essiggurkenwasser, 1 EL Dijon-Senf ohne Kerne, 5 EL Sonnenblumenöl und 2 TL Traubenkernöl in den Fond geben und gut verrühren. Die Kartoffelscheiben mit Salz und Pfeffer würzen. Den heißen Fond über die Kartoffeln gießen und unterheben. 30 Min. ziehen lassen. In einer Pfanne 60 g Butter so lange erhitzen, bis sie braun ist, mit dem Kartoffelsalat vermischen. Eventuell nachwürzen. 4 Stangen Frühlings-zwiebeln putzen und in Röllchen schneiden, mit 4 EL Schnittlauchröllchen auf dem Salat verteilen. Variante 1: Kartoffelscheiben zu Bratkartoffeln braten. Variante 2: 2 Wildknackwürste in 1 cm dicke Scheiben schneiden, in einer Pfanne mit einer Knoblauchzehe anbraten, in den fertigen Kartoffelsalat geben. Mit 2 EL gehacktem Liebstöckel vermengen.
Kartoffelsalat mit oder ohne Nuss
Alexander Schön, Küchenchef des Cateringunternehmens ”40 Seconds” empfiehlt: „Senf ist zu diesem Essen unerlässlich. Wenn Sie einen Lieblingssenf haben, können Sie ihm frisch gehackten Majoran sowie etwas Honig hinzufügen.“ Für 10 Personen: 2500 g Kartoffeln (kleine Sorten wie Drillinge oder Bamberger Hörnchen) kochen, pellen und noch warm in dünne Scheiben schneiden. 1200 ml Kalbs- oder leichte Rinderbrühe mit Weißweinessig leicht säuerlich abschmecken, 200 g gehackte und geröstete Macadamianüsse, 2 EL süßen Senf und 1 EL mittelscharfen Senf hinzufügen. Dies über die Kartoffeln gießen und einen Tag abgedeckt ruhen lassen. Am Folgetag nochmals mit Salz, Pfeffer und Essig nachschmecken und zum Schluss etwas Traubenkernöl (oder Pflanzenöl) zusetzen. Wer keine Nüsse mag oder verträgt, gibt 3 kleine, in feine Würfel geschnittene Zwiebeln der Brühe zu und lässt sie darin ziehen.




