24 Tage Spannung

Söckchen für Söckchen durch den Dezember

Selbst gemachte Adventskalender sind 24 liebevolle, persönliche kleine Geschenke. In Berlin haben zwei Journalistinnen daraus eine erfolgreiche Geschäftsidee gemacht.

Foto: Getty Images

Anna-Beeke Gretemeier und Claudia Weingärtner geht es in diesen Tagen so wie vielen Berlinern: Sie sitzen bei Tee und Keksen vor einem Haufen kleiner Präsente und basteln daraus liebevoll einen Adventskalender. Allerdings nicht für Freunde und Familie, sondern für ihre Kunden. Die beiden Journalistinnen, die sich vor vier Jahren bei ihrer Ausbildung an der Axel-Springer-Akademie kennenlernten, haben im vergangenen Jahr ihr Unternehmen „Die Geschenkekiste“ gegründet und betreiben das Geschäft bislang nebenberuflich. Wie schon im vergangenen Jahr machen sich die zwei in den Novembertagen an ihre „Adventskisten“, die die Kunden online zusammenstellen.

Im Sortiment sind 120 Produkte von Schmuck über Dekoanhänger bis hin zu Süßigkeiten und Kosmetika; die Preisspanne reicht von einem bis 39 Euro pro Präsent. Für Männer ebenso wie für Frauen, für Kinder und für Großeltern ist etwas dabei. Die Kunden suchen sich per Mausklick 24 kleine Aufmerksamkeiten aus, der Betrag wird am Ende zusammengerechnet.

Die Bestellung wickeln Anna-Beeke Gretemeier und Claudia Weingärtner mit einer Schar fleißiger Helfer – junge Mütter, Studenten, Rentnerinnen – in rot-weißen Stoff ein, binden die 24 kleinen Geschenke mit Wolle zu, legen sie in eine rustikale Weinkiste und schicken sie an den Kunden. Man kann sich auch selbst überraschen und sich einen Adventskalender zusammenstellen lassen (Bestellungen bis 25. November ).

Mit persönlicher Note

Jedes Präsent haben die Weihnachtselfen Gretemeier und Weingärtner liebevoll ausgesucht. „Wir arbeiten auch eng mit Designern aus Berlin zusammen, die für uns etwas entwerfen“, erzählt Claudia Weingärtner. So hat Marina Neumann von „SupaRina“ aus Friedrichshain für die Adventskiste eine witzige Tasche kreiert. Auch handelsübliche Süßigkeiten landen nicht „unbehandelt“ in der Kiste, sondern werden von den kreativen Damen veredelt. So werden aus Bonbons „Adventspillen“, versehen mit einem kleinen Spruch. Ein Tipp der beiden für alle Selbstbastler: „Mit einer Botschaft bekommt ein Präsent eine persönliche Note.“

Auch die äußeren Werte zählen

Stefanie Dimke aus Hamburg, Gründerin eines ähnlichen Unternehmens namens Adventman (Bestellungen nicht mehr möglich), empfiehlt, die Gaben für den Nikolausstiefel mit Überraschungen aus den täglichen Türchen zu kombinieren: „In den Stiefel kommt ein Teebecher, aus dem der feine Weihnachtstee vom 5. Türchen getrunken werden kann.“ Natürlich zählen auch die äußeren Werte: Mit grünem Deko-Tape eine Tanne an die Wand kleben, die Geschenke mit Nadeln darin befestigen, die großen liegen am Fuß des Baums. So wie etwa eine Flasche Champagner für den 24.12. Damit der Adventskalender den Schenkenden nicht ruiniert, muss sich nicht immer etwas Materielles hinter den Türchen verstecken. Wie wäre es mit einem Spaziergang? Zeit ist ein wertvolles Geschenk!

Das gilt auch für die Geschenkekiste-Gründerinnen. Jede freie Minute investieren sie in ihr Unternehmen. Auch die Ferien. Claudia Weingärtner wollte im November eigentlich in die Flitterwochen düsen. „Das haben wir auf nächstes Jahr verschoben. Jetzt packen wir erst einmal Adventskisten.“