Kapitalspritze für den Berliner Lebensmittelversender HelloFresh. Wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilte, pumpen die Wagnisfinanzierer Insight Ventures und Phenomen rund 50 Millionen Dollar in das zur Startup-Fabrik Rocket Internet gehörende Unternehmen.

Das Geld soll in die Technologie und die weitere Expansion in den bestehenden Märkten investiert werden, sagte HelloFresch-Chef Dominik Richter der Morgenpost. Das Unternehmen ist in sechs Ländern aktiv, neben Deutschland und den USA sind das Australien, Großbritannien, die Niederlande, Österreich. Über die Finanzierungsrunde hatte zuerst das US-Technologie-Blog Techcrunch berichtet.

Das 2011 gegründete HelloFresh verschickt im Abonnement Boxen mit Zutaten für drei bis fünf Mahlzeiten und den entsprechenden Rezepten. Nach eigenen Angaben werden derzeit monatlich mehr als eine Million Mahlzeiten versandt, zu Einzelpreisen ab etwa fünf Euro (ab 9 Dollar in den USA). Wie HelloFresh-Chef Dominik Richter der Morgenpost sagte, erwirtschaftet das Unternehmen in den europäischen Märkten operativ Gewinn. „Wir waren in diesem Jahr bisher Cash-Flow positiv“, so Richter.

Abo-Dienste gelten als lukrativ

Dem speziellen Lieferdienst mit Abo geben Experten höhere Chancen, als den bislang nicht wirklich geglückten Versuchen, klassische Supermärkte im Internet aufzubauen. Mittlerweile konkurrieren mehrere Abonnement-Anbieter in Deutschland – unter anderem die Berliner Kochhaus und Kochzauber oder das Hamburger KommtEssen. In den USA konkurriert HelloFresh vor allem mit Blue Apron, in das Investoren vor Kurzem ebenfalls 50 Millionen Dollar investiert hatten.

„Wir glauben, dass HelloFresh sehr schnell seine Position als globaler Marktführer im Online Versand von Essen ausbauen wird“, sagte Jeff Liebermann, Managing Director bei Insight Venture, über die Gründe des Mega-Investments. HelloFresh hatte bislang rund 17 Millionen Dollar bei Investoren wie Vorwerk, Holtzbrinck Ventures und Kinnevik oder eingesammelt.

Insight und Phenomen auch an Samwer-Rivalen beteiligt

Der Wagnisfinanzierer Insight hatte bereits zu Jahresbeginn mit einem Investment in Berlin für Aufsehen gesorgt. Die New Yorker waren damals bei dem Berliner Lieferdienstportal Delivery Hero eingestiegen; 88 Millionen Euro wurden damals investiert. Die russische Phenomen ist ebenfalls an Delivery Hero und an Rocket Internets Konkurrenz-Lieferdienstportal Foodpanda beteiligt.