Lieferdienste

88 Millionen Dollar für Berliner Lieferheld

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René Gribnitz

Foto: Lieferheld

Der US-Wagnisfinanzierer Insight Venture investiert in das Lieferdienstportal Delivery Hero. Steht der Sprung in die Vereinigten Staaten bevor?

Im Wettrüsten der weltweiten Lieferdienstportale hat der Berliner Anbieter Delivery Hero (Lieferheld) die bislang wohl größte Finanzierungsrunde der Branche abgeschlossen. Wie das Unternehmen am Montag in Berlin mitteilte, haben Wagnisfinanzierer unter Führung des US-Investors Insight Venture Partners mehr als 88 Millionen Dollar in Delivery Hero investiert.

Damit haben die Berliner seit der Gründung bei Investoren knapp 200 Millionen Dollar an Investorengeldern erhalten. Zuletzt hatte sich im vergangenen Mai der russische Wagnisfinanzierer Phenomen mit 30 Millionen Dollar an Delivery Hero beteiligt.

Das Unternehmen will die Kapitalspritze in den Ausbau seiner Geschäfte und seiner Technologie investieren. Nicht ausgeschlossen, dass mit der Beteiligung eines US-Wagnisfinanzierers der Sprung in die Vereinigten Staaten ansteht. „Insight hat bereits weitreichende Erfahrung mit international expandierenden Unternehmen gesammelt“, sagte Delivery Hero-Chef Niklas Östberg.

Delivery Hero hat mehr als 700 Mitarbeiter

Delivery Hero ist in insgesamt 14 Ländern aktiv darunter Deutschland, Großbritannien, Schweden, Südkorea, China und Indien, und beschäftigt 700 Mitarbeiter. Mehr als 300 davon arbeiten in der Berliner Zentrale in der Mohrenstraße.

Das Unternehmen sieht sich mit sechs Millionen Kunden in 2013 als Weltmarktführer. Im vergangenen Jahr wurde über die Delivery-Hero-Portal Essen im Gesamtwert von mehr als einer halben Milliarde Euro vermittelt. „Wir glauben fest daran, dass das Unternehmen unter Niklas‘ Führung das Potential hat, sich weltweit durchzusetzen“, sagte Jeff Lieberman, Managing Director bei Insight Venture Partners.

Hauptkonkurrent ist Just Eat und der ebenfalls aus Berlin stammende Anbieter Foodpanda, der zu Rocket Internet gehört und an dem sich Phenomen Ventures im Mai mit einer 20 Millionen-Dollar-Kapitalspritze beteiligte.

Delivery Hero schreibt operativ Gewinne

Weil sich das Geschäftsmodell nicht wesentlich unterscheidet, müssen die Anbieter in Spitzentechnologie und Restaurant-Akquise investieren, um schnellstmöglich eine Vielzahl von Kunden gewinnen und damit Vorteile gegenüber den Rivalen erringen zu können.

Die Lieferdienstportale setzen darauf, dass immer mehr Menschen Essen über das Internet statt per Telefon bestellen. Die Portale listen Restaurants und Lieferdienste in der Umgebung auf, bei denen die Kunden dann online bestellen können. Für die Vermittlung erhalten sie von den Restaurantbetreibern eine Provision. Das Geschäft gilt als lukrativ.

Delivery Hero ist nach eigenen Angaben operativ profitabel, bislang galt das nur nur für die Deutsche Tochter Lieferheld, die im November das Erreichen der Gewinnzone gemeldet hatte. Der Umsatz soll sich im vergangenen Jahr verdoppelt haben.