Der Kurznachrichtendienst Twitter erwägt offenbar die Übernahme des Berliner Musikstream-Anbieters Soundcloud. Das berichtet die US-Technologie-Seite recode unter Berufung auf Insider in beiden Unternehmen.
Eine Übernahme wäre Twitters zweiter Versuch, seinen Dienst um Musikangebote zu erweitern und damit einen weiteren Wachstumsschub zu erhalten. Der erste Versuch mit Twitter Music war gescheitert. Im März schaltete Twitter den Dienst ab.
Interessantes Detail: Für Twitter Music war ursprünglich Soundcloud als Partner vorgesehen. Zu der Zusammenarbeit war es aber nicht gekommen, auch weil Soundcloud wegen ungeklärter Musikrechte im Graubereich arbeitete. Zurzeit sollen Verhandlungen mit den Plattenfirmen laufen.
Die Übernahme von Soundcloud wäre die teuerste in der Unternehmensgeschichte. Das Berliner Startup wurde im Zuge der letzten Finanzierungsrunde im Herbst auf mehr als 700 Millionen Dollar bewertet. Die Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.
Soundcloud gilt als heißer Tipp in den USA
Beide Unternehmen sind bereits über Investoren verbunden. So hält der Wagnisfinanzierer Union Square Anteile an beiden Firmen. Twitter-Vorstand Peter Chernin ist über sein Investmentvehikel Chernin Group an Soundcloud beteiligt.
Das von Alexander Ljung und Eric Wahlforss 2007 in Berlin gegründete Start-up gilt in den USA als heißer Tipp, was bislang nur wenigen Berliner Gründungen gelungen ist. Soundcloud firmiert bereits unter dem Namen "Youtube für Audio". Mittlerweile hat Soundcloud auch Büros in San Francisco und New York.
Bei Soundcloud können Töne, Klänge und Musik hochgeladen und geteilt werden. Laut Angaben vom vergangenen Herbst besuchten 250 Millionen Nutzer monatlich die Musikplattform.
Damit hat Soundcloud ähnlich viele Nutzer wie Twitter. Anfangs von semiprofessionellen Bands genutzt, werden heute auf Soundcloud in jeder Minute Audiodateien im Volumen von zwölf Stunden hochgeladen.




