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Soundcloud – Youtube für Audio will jetzt Geld verdienen

Die Musikplattform Soundcloud ist inzwischen ein soziales Netzwerk und gilt als Youtube für Audio. Jetzt hat das Start-up verraten, wie es mit Abos und Werbung auch Geld verdienen will.

Foto: Soundcloud

Drei Monate nach dem Start der überarbeiteten Website legen die Macher der Berliner Musikplattform Soundcloud ein vereinfachtes und vor allem billigeres Abo-Modell vor. Überdies wurde bei der Vorstellung des Geschäftsmodells auf der Start-up-Konferenz SXSW im texanischen Austin ein Partnerprogramm gestartet, über das Unternehmen gegen Bezahlung selbst gestaltete Seiten mit ausgewählter Musik präsentieren können.

Damit zeichnet sich endgültig ab, wie Soundcloud in Zukunft Geld verdienen will: mit Abo- und Werbeerlösen. Ursprünglich als Angebot für professionelle Musiker gestartet, auf der Plattform eigene Musik zu bearbeiten, verwalten und zu präsentieren, ist Soundcloud eines der zur Zeit schnellwachsenden sozialen Musiknetzwerke geworden. Die Musik kann gehört, kommentiert und mit Freunden geteilt werden.

180 Millionen Nutzer weltweit im Monat

Nach eigenen Angaben zählte Soundcloud zum Jahreswechsel 30 Millionen Abonnenten, 180 Millionen Menschen sollen die Seite jeden Monat nutzen. Mittlerweile werden es deutlich mehr sein. Wie Co-Gründer Eric Wahlforss am Rande der Präsentation im Interview mit dem Branchendienst TheNextWeb sagte, habe das Unternehmen in den letzten zwei, drei Monaten das stärkste Wachstum seit Gründung überhaupt erlebt. Details nannte er nicht.

Dabei hatte der Relaunch der Website im Dezember zu Protesten der professioneller Nutzer geführt, weil alte Funktionen abgeschafft und der Fokus auf Konsumenten verlegt wurde. Auch das komplizierte fünfstufige Preismodell mit einem Jahreskomplettpreis von 500 Euro in der Spitze im Jahr war den Musikern übel aufgestoßen.

Mit dem neuen Preismodell trägt Soundcloud den Protesten Rechnung. Viele Funktionen wurden reaktiviert. Zudem gibt es neben der eingeschränkten kostenfreien Nutzung jetzt nur zwei Abo-Modelle: Den so genannten Pro Account für 3 Euro im Monat, der unter anderem das Speichern von vier Stunden Musik ermöglicht, und den ProUnlimited-Account für monatlich 9 Euro, der zahlreiche Funktionen und einen unbeschränkten Speicher bietet.

Soundcloud gilt als „Youtube für Audio“

Beim Partnerprogramm können Unternehmen oder Künstler ganze Seiten gestalten, auf denen neben der Musik vor allem auch Markenbanner, Fotos und Slide-Shows gezeigt werden können. Zum Start am Montag war unter anderem der Getränkeproduzent Red Bull und die britische Zeitung The Guardian auf der Plattform präsent. Das Partnerprogramm könnte Soundcloud den erhofften Umsatz bringen, um vom ewigen Hoffnungsträger zum funktionierenden Unternehmen zu bringen. Finanzielle Details wie Umsatz und Ergebnis gibt das Unternehmen bislang nicht bekannt.

Das von Alexander Ljung und Wahlforss 2007 in Berlin gegründete Start-up gilt daher auch in den USA als heißer Tipp, was bislang nur wenigen Berliner Gründungen gelungen ist. Soundcloud firmiert bereits unter dem Namen „Youtube für Audio“. Mittlerweile hat Soundcloud auch einen Ableger in San Francisco.

Eines der bestfinanzierten Berliner Start-ups

Im vergangenen Jahr investierten die US-amerikanischen Wagnisfinanzierer Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) und GGV Capital angeblich 50 Millionen Dollar in das Unternehmen. Eine der höchsten Summen, die ein Berliner Start-up bislang erhalten hat. Das Unternehmen wurde dabei auf 200 Millionen Dollar bewertet – das war vor einem Jahr.

Zuvor hatten 2011 die kalifornischen Wagnis-Finanzierer Index Ventures (auch bei Etsy und Auxmoney investiert) und Union Square Ventures (Twitter, Tumblr) mindestens zehn Millionen Euro in das Unternehmen gepumpt. Zu den Gründungsinvestoren gehört der in Berlin ansässige Wagnisfinanzierer Christophe Maire, der unter anderem auch bei EyeEm, Gidsy und txtr. investiert ist.