Überdies wurde bei der Vorstellung des Geschäftsmodells auf der Start-up-Konferenz SXSW im texanischen Austin ein Partnerprogramm gestartet, über das Unternehmen gegen Bezahlung selbst gestaltete Seiten mit ausgewählter Musik präsentieren können.

Damit zeichnet sich ab, wie Soundcloud in Zukunft Geld verdienen will: mit Abo- und Werbeerlösen. Ursprünglich als Angebot für professionelle Musiker gestartet, auf der Plattform eigene Musik zu bearbeiten, verwalten und zu präsentieren, ist Soundcloud eines der schnellwachsenden sozialen Netzwerke geworden. Die Musik kann gehört, kommentiert und mit Freunden geteilt werden.

Das von Alexander Ljung und Eric Wahlforss 2007 in Berlin gegründete Start-up gilt vor allem in den USA als heißer Tipp. Soundcloud firmiert bereits unter dem Namen „Youtube für Audio“. Mittlerweile hat Soundcloud auch einen Ableger in San Francisco. Im vergangenen Jahr investierten die US-Wagnisfinanzierer Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) und GGV Capital 50 Millionen Dollar in das Unternehmen. Das Unternehmen wurde dabei auf 200 Millionen Dollar bewertet – das war vor einem Jahr. Zuvor hatten die Wagnis-Finanzierer Index und Union Square mindestens zehn Millionen Euro in das Unternehmen gepumpt. Zu den Gründungsinvestoren gehört der Berliner Wagnisfinanzierer Christophe Maire, der unter anderem auch bei EyeEm und Gidsy beteiligt ist.

Nach eigenen Angaben zählte Soundcloud zum Jahreswechsel 30 Millionen Abonnenten, 180 Millionen Menschen sollen die Seite jeden Monat nutzen. Wie Wahlforss am Rande der Präsentation sagte, habe das Unternehmen in den letzten zwei, drei Monaten das stärkste Wachstum seit Gründung überhaupt erlebt. Details nannte er nicht. Dabei hatte der Relaunch der Website im Dezember zu Protesten der professioneller Nutzer geführt, weil alte Funktionen abgeschafft und der Fokus auf Konsumenten verlegt wurde. Auch das fünfstufige Preismodell mit einem Jahreskomplettpreis von 500 Euro in der Spitze im Jahr war kritisiert worden.

Mit dem neuen Preismodell trägt Soundcloud dem Rechnung. Funktionen wurden reaktiviert. Zudem gibt es neben der eingeschränkten kostenfreien Nutzung zwei Abo-Modelle: Den Pro Account für 3 Euro im Monat, der unter anderem das Speichern von vier Stunden Musik ermöglicht, und den ProUnlimited-Account für monatlich 9 Euro, der zahlreiche Funktionen und einen unbeschränkten Speicher bietet. Beim Partnerprogramm können Unternehmen oder Künstler Seiten gestalten, auf denen neben der Musik vor allem auch Markenbanner und Slide-Shows gezeigt werden können. Zum Start waren unter anderem der Getränkeproduzent Red Bull und die Zeitung The Guardian auf der Plattform präsent.

gri