Gramofon streamt Musik aus der Internetcloud in Soundsysteme und verschafft gleichzeitig Freunden drahtlose Internetzugänge. „Es ist wie eine moderne Jukebox, die mit Smartphones fernbedient wird“, sagt Martin Varsavsky. Gramofon wird für umgerechnet 38 Euro auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter verkauft, wo die Gründer mindestens 250.000 US-Dollar einnehmen wollen. Bereits am ersten Tag der Crowdfunding-Kampagne wurden Boxen für mehr als 60.000 US-Dollar verkauft.

Eine Kooperation mit dem Chiphersteller Qualcomm, der neben Google ein Investor des Mutterunternehmens Fon ist, ermöglicht den niedrigen Einstiegspreis, wie Varsavsky sagte. Im Juni sollen die ersten Boxen ausgeliefert werden.

Gramofon wurde von dem Team des New Yorker Start-ups Fon entwickelt. Fon ist das weltgrößte WiFi-Netzwerk, bei dem Nutzer einen Teil ihres Wlans anderen zur Verfügung stellen und umgekehrt selbst überall auf der Welt Zugriff auf das globale Fon-Netzwerk haben. Fon hat weltweit bereits mehr als 13 Millionen Nutzer und arbeitet mit führenden Telekommunikationsunternehmen, darunter die Deutsche Telekom, zusammen. Sie hat für das Angebot die Bezeichnung „Wlan To Go“ erfunden.

Eine Art Apple TV für Musik

„Gramofon ist eine Art Apple TV oder Chomecast für Musik“, sagt Varsavsky. Die acht mal acht Zentimeter große und vier Zentimeter hohe Gramofon-Box wird mit einem Audio-Kabel an das Soundsystem angeschlossen. Ein Wlan oder Netzwerk-Kabel verbindet die Gramofon-Box mit dem Internet, worauf diese selbst zum Wlan-Router wird.

Smartphones verbinden sich mit diesem Wlan und können die Playlists der Internet-Musikstreamingdienste Spotify oder WahWah auf dem Soundsystem abspielen. Eine Integration von SoundCloud werde vorbereitet, sagte Gründer Varsavsky.

Maschine errechnet den idealen Musikmix

Gramofon ist beispielsweise für Partys entwickelt worden, auf denen die Musik verschiedener Nutzer gespielt werden soll. Über Facebook können sich gleichzeitig mehrere Smartphone-Nutzer in das Gramofon-Netzwerk einloggen und das drahtlose Gramofon-Netzwerk nutzen. Eine spezielle Gramofon-App ist in Vorbereitung. Gramofon errechnet den idealen Musik-Mix der bei einer Party versammelten Facebook-Freunde aus deren Nutzerverhalten (Social Graph) und stellt die einzelnen Tracks aus den Playlisten der Freunde zusammen.

Die Musik wird nicht per Bluetooth vom Smartphone, sondern direkt aus dem Internet in das Soundsystem gestreamt. Das hat den Vorteil, dass die Übertragung nicht abbricht, wenn der Nutzer einmal den Raum verlässt. Die Tracks werden in einer vom Gramofon bestimmten Reihenfolge abgespielt.