Der Online-Vermittler von Ferienwohnungen 9flats gibt bis zum Jahresende seinen Berliner Standort auf. 25 Mitarbeiter sind davon betroffen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. 9flats ziehe damit die Konsequenz aus dem Verbot von Ferienwohnungen, das das Abgeordnetenhaus in der vergangenen Woche beschlossen hat. „Das Verbot in Berlin trifft uns hart. Für uns als deutsches Unternehmen ist Berlin der größte Markt“, sagte ein Unternehmenssprecher. „Wir können uns nicht leisten, einen Markt langfristig zu entwickeln, der vom Gesetzgeber so eingeschränkt wird.“ Die Entscheidung des Abgeordnetenhauses habe für maximale Unsicherheit bei Vermietern gesorgt.
Das Abgeordnetenhaus hatte vergangene Woche das „Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum“ verabschiedet. Damit soll ein angeblicher Missbrauch von Mietwohnungen als gewerbliche Ferienwohnungen verhindert werden. Die Vermieter von Ferienwohnungen werden für den Anstieg der Mieten in der Stadt mitverantwortlich gemacht. 15.000 Wohnungen sollen dem Berliner Mietmarkt entzogen worden sein.
9flats ist nach Airbnb und Wimdu die Nummer drei in Deutschland
Das in Hamburg gegründete 9flats ist nach dem US-Marktführer Airbnb und dem Samwer-Klon Wimdu der kleinste der drei in Deutschland aktiven großen Online-Vermittler. Gegen eine Provision vermitteln die Unternehmen Wohnungen auf Zeit. Ursprünglich aus der Idee entstanden, preissensible Touristen billige Zimmer oder Privatwohnungen als Alternative zu Hotels vermitteln, sind die Portale heute zum Großteil von gewerblichen Ferienwohnungsbetreibern abhängig. 9flats trifft das Berliner Verbot am härtesten. Gegen die deutlich besser finanzierten Konkurrenten Airbnb und Wimdu hat das Unternehmen schon jetzt am Markt zu kämpfen.
Zwei Standorte für 9flats nicht effizient
Die Entscheidung, die Berliner Niederlassung zu schließen, resultiert dann auch aus der Erkenntnis heraus, dass zwei Standorte für das Start-up nicht effizient zu betreiben sind. In Hamburg arbeitete bislang die IT-Abteilung, in Berlin der Kundenservice und das Marketing. Künftig werde 9flats allein aus Hamburg betrieben, vor der Entscheidung des Abgeordnetenhauses sei Berlin als einziger Standort präferiert worden, hieß es aus dem Unternehmen. In Hamburg werde nun ein Teil der in Berlin gestrichenen Stellen wieder aufgebaut.
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