Stadtentwicklung

Senat schafft Platz für mehr als 2000 Wohnungen in Berlin

Im März beschloss der Senat den „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“: Jetzt sollen Krankenhäuser und Bahnanlagen zu neuen Quartieren umgebaut werden. Eine Übersicht, welche Standorte betroffen sind.

Foto: Die Wohnkompanie

Nachdem der Senat im März nach zweieinhalbjähriger Debatte den „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“ (Step Wohnen 2025) beschlossen hatte, folgte am Dienstag der zweite Schritt. Damit in den 25 großen Neubaugebieten, die der Plan ausweist, tatsächlich Wohnungen gebaut werden können, beschloss der Senat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sechs Änderungen des Berliner Flächennutzungsplans.

„Angesichts des knapper werdenden Wohnungsangebotes in unserer Stadt gilt es, bei einem gerechten Ausgleich aller Interessen mehr Wohnungsbauflächen zu schaffen“, begründete Müller die Änderungen. Insgesamt könnten so mehr als 2000 Wohnungen realisiert werden. „Dazu werden für andere Nutzungen nicht mehr benötigte Standorte aktiviert“, sagte der Senator. Neue Planungsziele wurden für folgende Gebiete beschlossen:

Alter Güterbahnhof Wilmersdorf

Der Bereich nahe dem Innsbrucker Platz in Tempelhof-Schöneberg soll mit dem angrenzenden Kiez verknüpft und als nördlicher Abschluss des Ortsteils Friedenau für den Wohnungsbau genutzt werden. Bis zu 800 Wohnungen könnten gebaut werden.

Lindenhof in Lichtenberg

Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble des ehemaligen Kinderkrankenhauses in Lichtenberg soll mit Ergänzungen als neuer Wohnstandort mit bis zu 520 Wohnungen entwickelt werden. Gleichzeitig wird der Landschaftspark Herzberge für das künftige Landschaftsschutzgebiet als Grünfläche gesichert.

Oskar-Helene-Heim in Zehlendorf

Die denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen US-Hauptquartiers und der ehemalige Krankenhausstandort sollen in die umgebenden Wohngebiete einbezogen werden. Etwa 500 Wohnungen können errichtet werden.

Ehemaliges Kinderheim Königsheide

Die denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Kinderheims in Treptow-Köpenick sollen erhalten und zum Wohnstandort ausgebaut werden. Geplant sind rund 250 Wohnungen.

Altes Krankenhaus „Dr. Heim“

In Pankow soll das ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Krankenhausensemble „Dr. Heim“ in Buch mit angrenzenden Erweiterungsflächen als Wohnstandort mit insgesamt bis zu 190 Wohnungen entwickelt werden.

Stadtteilzentrum Bahnhofstraße

Die Bahnhofstraße in Lichtenrade soll als Stadtteilzentrum aufgewertet werden. Neben Einzelhandel sind Wohnungen, jedoch nicht im größeren Rahmen, geplant.

Insgesamt sind im Step Wohnen Flächen ausgewiesen, auf denen kurz- bis mittelfristig knapp 50.000 Wohnungen entstehen sollen.

Hinzu kommen Einzelstandorte mit Potenzial für 30.000 Wohnungen. Konflikte drohen nicht nur, weil 4700 der projektierten Wohnungen am Tempelhofer Feld geplant sind. Es stehen auch etwa 40 Kleingartenanlagen auf der Liste. Dort sollen etwa 8000 Wohnungen entstehen.