Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde Saim K. in seiner Wohnung an der Schulstraße in Berlin-Wedding erschossen. Wie erst am Freitag bekannt wurde, haben Ermittler der Polizei am späten Mittwochnachmittag einen Verdächtigen in Kreuzberg festgenommen. Die Beamten hatten gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Berlin bereits im Vorfeld gegen einen 42 Jahre Verdächtigen einen Haftbefehl wegen Totschlags erwirkt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei hatten den 55 Jahre alten Saim K. am 15. Januar 2014 tot in seiner Wohnung an der Schulstraße in Wedding aufgefunden. Der Mann wies Schussverletzungen im Oberkörper auf.

Nach ersten Ermittlungen hatten Nachbarn von Saim K. bereits einen Tag vor dem grausamen Fund am Dienstag einen lauten Streit in der Wohnung mitbekommen. Bei der Auseinandersetzung seien auch mehrere Schüsse gehört worden. Andere Mieter hatten berichtet, dass Saim K. unauffällig und sehr zurückgezogen in dem Miethaus gelebt habe.

Saim K. arbeitete in einem Imbiss. Eine Kollegin hatte vergeblich versucht, den 55-Jährigen zu erreichen, nachdem dieser nicht an seiner Arbeitsstelle erschienen war. Die Frau rief um 20.24 Uhr die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte fanden den Mieter in der Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in der dritten Etage leblos am Boden liegend. Anwohner beobachteten, dass die Kriminaltechniker während der Spurensicherung am Tatort in der Nacht Patronenhülsen sichergestellt hätten.

Fehde im Rockermilieu

Vom 9. bis zum 17. Januar 2014 wurden in Berlin vier Menschen Opfer von Gewalttaten. Alle vier kamen dabei ums Leben. Doch in allen Fällen konnte die Polizei Fahndungserfolge erzielen.

Der spektakulärste Fall ereignete sich am 10. Januar in einem Wettbüro in Reinickendorf. 13 Rocker der Hells Angels stürmten in das Geschäft und erschossen Tahir Ö. in einem Hinterzimmer. Als Motiv wird eine Bestrafung vermutet. Tahir Ö. soll im vergangenen Jahr bei einem Streit vor einer Diskothek einen Türsteher mit einem Messer verletzt haben. Der Verletzte soll ein Gefolgsmann des bereits verhafteten Rockerchefs Kadir P. sein. Er steht unter dem dringenden Tatverdacht, Auftraggeber für den Anschlag gewesen zu sein.

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Der mutmaßliche Schütze befindet sich ebenfalls in Untersuchungshaft. Rund drei Wochen nach dem Mord im Berliner Rockermilieu hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei am Mittwoch einen siebten verdächtigen Rocker festgenommen.

Die Ermittlungen führten am vergangenen Dienstagvormittag in Heinersdorf in Pankow zur Festnahme eines mit einem Haftbefehl gesuchten Mannes. Der 49-Jährige steht unter dem dringenden Tatverdacht des Totschlags. Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) nahmen den Mann gegen 10.20 Uhr an der Romain-Rolland-Straße fest. Er soll am 9. Januar gegen 22 Uhr an der Dietzgenstraße in Pankow mehrere Schüsse auf einen 46-Jährigen abgegeben haben.

Nur wenige Stunden nach der Tat konnten Ermittler der 4. Mordkommission am 17. Januar einen 42 Jahre alten tatverdächtigen Mann festnehmen. Er soll eine 52 Jahre alte Frau in einem Wohnheim in Lichtenberg erstochen haben. Der Festgenommene lebte mit dem Opfer zusammen in einer Wohngemeinschaft und ist geständig.

Da der Tatverdächtige im Fall des toten Saim K. aus Wedding bislang nicht geständig ist, bitten die Ermittler weiterhin um Hinweise. Die 1. Mordkommission, Keithstr. 30, nimmt diese unter der Rufnummer (030) 4664-911 111 entgegen. Auch jede andere Polizeidienststelle steht zur Verfügung.