Im Nord-Süd-Tunnel der Berliner S-Bahn hat sich am frühen Montagmorgen ein tödlicher Unfall ereignet. Ein noch unbekannter Mann wurde dabei südlich des S-Bahnhofs Friedrichstraße von einem Zug der Linie S25 erfasst und getötet. Der Zug war kurz nach sieben Uhr auf der Fahrt nach Hennigsdorf, als das Opfer laut Polizei etwa 150 Meter vor der Station von hinten überrollt wurde.

Der Zugführer hatte noch eine Notbremsung eingeleitet, nachdem er den Mann auf den Gleisen gesehen hatte. Ein Notarzt konnte nur noch dem Tod des Mannes feststellen, bei dem es sich um einen Obdachlosen osteuropäischer Herkunft handeln könnte. Nach Polizeiangaben hatte der etwa 40 bis 50 Jahre alte Mann zwei Plastiktüten mit Habseligkeiten bei sich, darunter auch Flyer mit kyrillischen Schriftzeichen.

Der Leichnam wurde zur Untersuchung in die Gerichtsmedizin gebracht.„Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen“, sagte der Sprecher. Es habe sich vermutlich um einen Unfall und nicht um einen Suizid gehandelt. Der S-Bahn-Fahrer kam mit einem Schock in ein Krankenhaus.

S-Bahnverkehr zwei Stunden lang gestoppt

Der Bahnverkehr zwischen Potsdamer Platz und Oranienburger Straße wurde eingestellt. Die S-Bahn stand bis nach 9 Uhr im Tunnel, 93 Fahrgäste saßen darin fest, der Zug wurde dann aber nach einer Stunde evakuiert. Die Menschen wurden über den Notausstieg Dorotheenstraße in Sicherheit gebracht. Keiner der Fahrgäste wurde demnach verletzt.

Gegen 9.30 Uhr konnten die ersten Züge wieder rollen, bis zu diesem Zeitpunkt waren im Berufsverkehr Zehntausende Fahrgäste von Zugausfällen betroffen. Erst am späten Vormittag hatte sich der Zugverkehr wieder stabilisiert.

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Der S-Bahn-Tunnel zwischen Anhalter Bahnhof und Nordbahnhof war erst am Morgen wieder in Betrieb genommen worden. Die am 22. November begonnenen Bauarbeiten waren planmäßig beendet worden. Denkbar wäre deshalb auch, dass der Mann davon überrascht wurde.

Im Tunnel waren 15.000 Meter Schienen erneuert worden. Deshalb mussten für gut zwei Wochen etwa 80.000 Fahrgäste der Linien S1, S2 und S25 auf Busse umsteigen.

Allerdings: Damit sind längst nicht alle notwendigen Sanierungsarbeiten in dem fast 80 Jahre alten Bauwerk ausgeführt. So müssen etwa ein Großteil der Weichen ebenso erneuert werden wie Rampen, die südlich des Anhalter Bahnhofs und nördlich des Nordbahnhofs in den Tunnel hineinführen. Zudem muss die Bahn das alte mechanische Zugsicherungssystem (die "Bernauer Fahrsperre") durch das neue, elektronisch gesteuerte Zugbeeinflussungssystem ZBS ersetzen. Das soll von Januar bis März 2015 erfolgen.