Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen dieses Jahr ohne eine Erhöhung der Nettokreditaufnahme beenden. Das kündigte die BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta am Donnerstag am Rande einer Tagung der Landesgruppe Ost des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an.

Zwar werde die BVG im Jahresabschluss für 2013 voraussichtlich ein Minus von 40 Millionen Euro ausweisen. Das Defizit liege damit deutlich unter dem geplanten Fehlbetrag von 54 Millionen Euro. Durch die Auflösung von Rücklagen und eine sogenannte Liquiditätsaussteuerung will Nikutta in diesem Jahr dennoch ohne zusätzliches fremdes Geld auskommen. Anders als in der Vergangenheit könne dieses Ziel erstmals „ohne den Verkauf von Tafelsilber“ erreicht werden, so Nikutta.

Die BVG ist mit Verbindlichkeiten von insgesamt rund 850 Millionen Euro noch immer so hoch verschuldet wie kein anderes landeseigenes Unternehmen. Allein für Zins und Tilgung von Krediten muss das Unternehmen in diesem Jahr 28 Millionen Euro aufbringen. Für das nächste Jahr kann die BVG jedoch mit einer besseren finanziellen Ausstattung rechnen.

Mehr Busse oder Bahnen auf stark nachgefragten Linien

Im Ergebnis der Verhandlungen zum Verkehrsvertrag will der Senat die jährliche Zuweisung von 262,5 Millionen Euro auf 280 Millionen Euro erhöhen. Nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses soll dieser Betrag 2014 um vier Millionen Euro und 2015 um 7,5 Millionen aufgestockt werden. Das Geld ist laut dem SPD-Abgeordneten Sven Heinemann aber zweckgebunden für zusätzliche Leistungen. So sollen auf einigen stark nachgefragten Linien mehr Busse oder Bahnen fahren.

Auf der zweitägigen Tagung der Landesgruppe Ost des VDV haben Vertreter von 79 Mitgliedsunternehmen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit Bundes- und Landespolitikern beraten. Im Mittelpunkt stand dabei der Investitionsstau bei der Verkehrsinfrastruktur. Nach VDV-Berechnungen müssen allein in Berlin 100 Millionen Euro und in Brandenburg 42 Millionen Euro pro Jahr mehr in Tunnel, Gleisanlagen und Fahrzeuge investiert werden, um den öffentlichen Nahverkehr auf dem bisherigen Niveau aufrecht zu erhalten.

fü