Die SPD gewinnt zehn Tage vor der Bundestagswahl in Berlin an Zustimmung: Derzeit würden 26 Prozent für die Sozialdemokraten stimmen. Das sind fast sechs Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2009 und eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Umfragen. Die CDU liegt in der Hauptstadt mit 27 Prozent aber knapp vorne und könnte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl ebenfalls deutlich zulegen (plus 4,2 Prozent).

Die Grünen verlieren und kommen nur noch auf 15 Prozent, die Linke auf 16 Prozent. Die Piraten erreichen fünf Prozent, die Euro-Kritiker der Alternative für Deutschland (AfD) werden von vier Prozent der Wähler favorisiert, die FDP von drei Prozent.

Die Piraten erreichen fünf Prozent

Bei der Umfrage zu den Wahlabsichten zum Berliner Abgeordnetenhaus konnte die SPD um drei Punkte auf 29 Prozent zulegen und an der CDU vorbeiziehen, die drei Punkte einbüßte und auf 26 Prozent kommt. Die Grünen erreichen 18 Prozent (minus vier), die Linke 14 (plus drei), die Piraten fünf Prozent (plus eins). Die FDP erhält zwei Prozent, die sonstigen Parteien zusammen sechs Prozent.

Das sind die Ergebnisse des Berlin Trends, für den Infratest Dimap im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-„Abendschau“ zwischen 5. und 9. September 1752 Wahlberechtigte befragte. Die Zahlen für Berlin passen zu den neuen bundesweiten Umfragewerten. Auch im „Stern-RTL-Wahltrend“ des Instituts Forsa verbesserte sich die SPD um zwei Punkte auf 25 Prozent. Allerdings verschlechterte sich ihr Wunsch-Koalitionspartner Grüne um gleichfalls zwei Punkte und sackte mit nur noch neun Prozent auf einen neuen Tiefstand ab. Die CDU/CSU verschlechterte sich um einen Punkt auf 39 Prozent. Die Linke legte um einen Punkt zu auf zehn Prozent. Die FDP verbesserte sich um einen Punkt auf sechs Prozent. AfD und Piratenpartei wären mit jeweils drei Prozent nicht im Parlament vertreten.

In Pankow und Tempelhof-Schöneberg ist das Rennen offen

Die Umfrageergebnisse für Berlin sorgen in den zwölf Berliner Wahlkreisen für überraschende Wendungen. Demnach holt die SPD vier Direktmandate, die CDU zwei, die Linke drei und die Grünen einen.

Völlig offen ist das Rennen in Pankow und Tempelhof-Schöneberg. Im Nordosten liegen Lars Zimmermann (CDU), Klaus Mindrup (SPD) und der bisherige Mandatsträger Stefan Liebich (Linke) annähernd gleichauf. In Tempelhof-Schöneberg kämpft Jan-Marco Luczak (CDU), der 2009 gewann, mit Renate Künast (Grüne) und Mechthild Rawert von der SPD.