U-Bahn-Bau

Tunnelbohrmaschine „Bärlinde“ hat die Spree unterquert

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Thomas Fülling

Foto: Soeren Stache / dpa

Die Arbeiten am neuen Streckenverlauf der U-Bahn-Linie 5 kommen zügig voran. Die Tunnelbohrmaschine hat die Spree planmäßig unterquert. Damit ist eine der größten Herausforderungen gemeistert.

Man mag es kaum glauben: Während es von der Flughafen-Baustelle in Schönefeld immer neue Hiobsbotschaften gibt, kommen die Arbeiten am zweiten großen Infrastrukturprojekt der Stadt, dem Weiterbau der U-Bahn-Linie 5, beinahe störungsfrei voran. Am Dienstag konnten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mitteilen, dass die Tunnelvortriebsmaschine die Spree sicher und planmäßig unterquert hat. „Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein des Neubaus der U5 erfolgreich gemeistert“, sagte die BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Wegen der schwierigen Bodenverhältnisse galt die Unterquerung von Anfang an als einer der größten Herausforderungen bei dem mehr als 400 Millionen Euro teuren Bauvorhaben. Musste doch die auf den Namen „Bärlinde“ getaufte Bohrmaschine den Wasserlauf in einer Tiefe von nur vier bis sechs Metern unterhalb des Flussbettes unterfahren. Der in diesem Bereich sehr umfangreiche Schiffsverkehr sollte während der gesamten Zeit ungehindert weitergehen. Dieses Ziel wurde offenbar ohne Probleme erreicht. Mit einer Tunnellänge von inzwischen 170 Metern befinde sich „Bärlinde“ inzwischen unter dem Humboldtforum und der alten Betonwanne für den einstigen „Palast der Republik“ am anderen Spreeufer, heißt es.

Zwangspause von vier bis acht Wochen

Dort wird die Vortriebsmaschine erneut eine mehrwöchige Verschnaufpause einlegen. Sämtliche der für die Spree-Unterquerung eingesetzten Komponenten und Aggregate werden gesäubert und neu justiert. Gleichzeitig wird der Bodenaushub auf Schiffe verladen und neue Tübbinge für den Tunnelausbau angeliefert. Die BVG rechnet mit einer Zwangspause von vier bis acht Wochen. „Das ist aber kein Problem. Wir liegen weiterhin gut im Zeitplan“, sagte dazu BVG-Sprecherin Reetz.

Die Tunnelröhren für die U5 werden im bergmännischen Schildvortriebverfahren gebaut. Die computergesteuerte Bohrmaschine gräbt sich dabei mit Hilfe eines im Durchmesser 6,70 Meter großen Schneidrads durch den Untergrund. Mit einem Betonit-Gemisch wird der entstehende Hohlraum zunächst abgedichtet und anschließend mit Betonfertigteilen – sogenannten Tübbingen – wasserdicht verkleidet. Bis Jahresende soll die erste, etwa 1,6 Kilometer lange Tunnelröhre bis zum Brandenburger Tor fertig sein. Eine zweite Röhre wird im kommenden Jahr gebohrt. Zugleich werden drei neue U-Bahn-Stationen gebaut. Der erste Zug soll auf der neuen U-Bahn-Strecke im Jahr 2019 fahren.