Die Geschichte erinnert an die Attacke auf den 20-jährigen Jonny K. Auch der 44-jährige Thomas P. wurde – wie Zeugen aussagen – aus nichtigem Anlass geschlagen und wohl auch getreten. Der schwarze US-Amerikaner hatte aber Glück im Unglück: Er erlitt zwar Platzwunden am Kopf, hat diesen Angriff, bis auf Erinnerungslücken, körperlich gut überstanden.

Angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung sind nun zwei 23-jährige Männer. Laut Anklage sollen sie Thomas D. am 12. August 2012 vor dem Fritz-Club im Ratskeller Spandau rassistisch beschimpft, körperlich attackiert und über die Fahrbahn getrieben haben. Auf dem erhöhten Mittelstreifen sei Thomas D. von einem Faustschlag derart heftig getroffen worden, dass er mit dem Kopf auf der Bordsteinkante aufschlug und bewusstlos liegen blieb.

Die Angeklagten bestritten vor einem Moabiter Schöffengericht diese Anschuldigung. Der wegen Körperverletzung einschlägig vorbestrafte Robin S. sagte, dass Thomas D. nach einer verbalen Auseinandersetzung drohend auf ihn zugekommen sei. Er habe sich schützen wollen und Thomas D. weggestoßen. Dabei sei dieser unglücklich gestürzt.

Thomas D. wurde von Angreifern massiv bedrängt

Thomas D. selbst konnte sich nur noch erinnern, dass ihn schon vorher jemand mit dem Satz „Warum ist hier ein Niggerarsch in Deutschland“ zu provozieren versuchte. Er sei darauf jedoch nicht eingegangen. „Ich war guter Laune, habe auch viel getrunken“, so der ehemalige American Footballspieler der „Spandau Bulldogs“. Seine nächste Erinnerung habe er erst wieder, als er im Krankenhaus aufgewacht sei.

Dass sich Robin S. gegen Thomas D. nur verteidigen wollte, wurde von mehreren Zeugen zumindest indirekt widerlegt. Immer wieder wurde die gleiche Situation beschrieben: Thomas D. sei von drei oder vier Personen massiv bedrängt worden und rückwärts mit erhobenen Händen in Richtung Straße gelaufen.

Auch zwei Frauen, die mit Robin S. im Fritz-Club kurz zuvor noch geplaudert hatten, erinnerten sich vor Gericht an diese Situation. Sie habe dann einen Knall gehört, „wie eine Autotür“, sagte eine. Ihre Freundin habe darauf erwidert, „nee, das war der Kopf von dem Farbigen“. Und getan habe es „der Robin“. Die Frauen wollen jedoch nicht gesehen haben, dass Robin S. mit der Faust zuschlug.

Kopf umfasst und Finger in die Augen gepresst

Zwei Brüder, die Thomas D. helfen und beschwichtigend eingreifen wollten, wurden ebenfalls verletzt. Der 44-jährige Timo P. sagte aus, er sei zu Boden gestoßen worden. Anschließend habe Robin S. seinen Kopf umfasst und die Finger in seine Augen gepresst. Timo P. brach sich bei dem Sturz das Sprunggelenk. Es war ein komplizierter Bruch, der immer noch Schmerzen bereitet. In seinem Beruf als Dreher, sagte er, werde er nicht wieder arbeiten können.

Sein Bruder Sascha P. sagte vor Gericht, dass ihm Robin S. mehrere Faustschläge ins Gesicht versetzt habe. Er habe die Gruppe um Robin S. vorher schon im Fritz-Club beobachtet. „Da ahnte ich schon, dass die ein Opfer suchen und einen Streit auslösen wollen“, so der 38-Jährige. Der Prozess wird fortgesetzt.