Berliner Strafgerichte haben im vergangenen Jahr 35 892 Menschen verurteilt. Das waren fast 10 000 weniger als im Vorjahr, wie aus einer am Donnerstag verbreiteten Antwort von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervorgeht. Der Rückgang hing unter anderem auch mit einer Umstellung in den Computersystemen bei der Amts- und Staatsanwaltschaft zusammen, wodurch den Gerichten weniger Anklagen zugingen.

Zumeist mussten die Verurteilten Geldstrafen zahlen. Haftstrafen verhängten die Richter in 5940 Fällen. Davon betrafen 650 Frauen. Weit mehr als die Hälfte der Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

In den Berliner Gefängnissen verbüßten im Durchschnitt des vergangenen Jahres 4163 Häftlinge ihre Strafe, darunter 206 Frauen. Der Jugendarrest ist in dieser Zahl nicht berücksichtigt. Wie aus der Antwort des Justizsenators weiter hervorgeht, saßen im vergangenen März (Stichtag 31.3.2013) 4239 Menschen hinter Gitter, davon 570 Untersuchungsgefangene, 13 Jugendarrestanten und 39 Sicherungsverwahrte. Die Haftkosten pro Häftling bezifferte die Justizverwaltung für das Jahr 2012 auf 111,48 Euro am Tag. 2011 waren es 104,61 Euro gewesen.

dpa/alu