Eine Woche nach dem Urteil zum gewaltsamen Tod von Jonny K. haben alle Verteidiger Revision eingelegt. Das sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag.
Das Berliner Landgericht hatte den 20 Jahre alten Ex-Boxer Onur U. als Haupttäter wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Fünf Mitbeschuldigte im Alter von 19 bis 25 Jahren erhielten zum Teil nach Jugendrecht bis zu zwei Jahre und acht Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung.
Die Männer hatten im Prozess zwar Schläge und Tritte eingeräumt, aber keine Verantwortung für den Tod von Jonny K. übernommen. Die Verteidiger hatten Bewährung beantragt.
Onur U. hatte einen Angriff auf das schmächtige Opfer bis zuletzt bestritten. In seinem Schlusswort hatte sich der 20-Jährige bei der Familie des Opfers entschuldigt, aber auch über Jonny K. gesagt, er „habe ihn überhaupt nicht gesehen“. Diese Darstellung hielt das Gericht durch Zeugenaussagen für widerlegt. Onur U. sei fassungslos, err habe sich nicht vorstellen können, dass er wegen einer Tat verurteilt werde, die er nicht begangen habe, hatte sein Verteidiger gesagt: „Das Urteil ist nicht richtig. Es entspricht nicht der Wahrheit.“
Die Staatsanwaltschaft hatte sich hingegen „sehr zufrieden“ mit dem Urteil gezeigt.
Der 20-jährige Jonny K. war einen Tag nach dem brutalen Angriff vom Oktober 2012 an Gehirnblutungen verstorben. Die tödliche Attacke am Berliner Alexanderplatz hatte bundesweit Entsetzen und eine Debatte über Jugendgewalt ausgelöst.




