Im Fernverkehr der Deutschen Bahn wird es am Wochenende (23. bis 26. August 2013) weitere Behinderungen geben. Nun muss die Bahn auch die zweite wichtige Hochgeschwindigkeitstrasse von Berlin in Richtung Westen zeitweise unterbrechen. Grund ist der Neubau einer Autobahnbrücke für den Lückenschluss der A14.

Zwischen Grabow und Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern werden Brückenelemente über der ICE-Strecke Berlin-Hamburg montiert. Dafür werden die Gleise gesperrt. Seit Juni ist bereits die ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover wegen Hochwasserschäden gesperrt.

Von Freitag zu Sonnabend sowie von Sonnabend zu Sonntag, jeweils von 19.50 Uhr bis 9.15 Uhr sowie von Sonntag zu Montag zwischen 20.50 und 5.45 Uhr fahren auf dem Abschnitt keine Züge. ICE- und andere Fernverkehrszüge werden weiträumig umgeleitet. Sie fahren dann einen Umweg über Stendal und Wittenberge und sind etwa zwei Stunden länger unterwegs.

Weil andere Umleitungsstrecken wegen der Nachwirkungen des Elbe-Hochwassers in Sachsen-Anhalt bereits überlastet sind, wird sich die Fahrzeit zwischen Berlin und Hamburg damit mehr als verdoppeln. Acht Fernverkehrsverbindungen werden in den Baunächten zudem auf Teilstrecken komplett ausfallen, wie die DB AG mitteilte. Im Regionalverkehr würden auf dem betroffenen Streckenabschnitt Ersatzbusse eingesetzt.

Verschiebung der Brückenarbeiten laut Bahn nicht möglich

Eine Verschiebung der Arbeiten sei nicht möglich gewesen, sagte Arvid Kämmerer, Fahrplanchef der Bahntochter DB Netz für Ostdeutschland. Zwei Jahre laufe die Vorplanung für den Autobahnbau und die Bahnumleitung bereits. Leidtragende der Sperrung sind auch Hamburger Fußballfans, die am Wochenende zum Auswärtsspiel des HSV bei Hertha BSC mit der Bahn anreisen.

Sie müssen sich auf der Rückfahrt in die Hansestadt wegen der Umleitungen wohl auf erhebliche Einschränkungen einstellen, wie die Bahn bestätigte. Allen Reisenden auf den abendlichen ICE-Verbindungen rät die Bahn, sich auf der Unternehmens-Homepage über die veränderten Fahrpläne zu informieren und gegebenenfalls eine frühere Verbindung zu nutzen.

Wann die ICE-Strecke in Richtung Hannover wieder für die schnellen Züge der Bahn befahrbar sein wird, ist weiter unklar. Derzeit laufen Untersuchungen an einem Bahndamm in der Nähe von Stendal, der im Juni auf fünf Kilometern Länge komplett überflutet wurde. Mit Georadar-Geräten suchen Experten nach möglichen Hohlräumen, die den Bahnverkehr gefährden könnten. Im September sollen die Ergebnisse vorliegen.