Angesichts einer ganzen Reihe von gesprengten oder aus der Verankerung gerissenen Geldautomaten in Berlin überlegen große Banken, weitere Maßnahmen zu ihrer besseren Absicherung zu ergreifen. „Wir denken darüber nach, die Sicherheitsvorkehrungen weiter zu erhöhen“, sagte Nancy Münch, Sprecherin der Volksbank Berlin. Ähnliche Aussagen trafen auf Anfrage auch Vertreter von Sparkasse, Commerzbank und Postbank. Details zu den Sicherheitsmaßnahmen möchten die Banken nicht preisgeben.
Bei der Sparkasse werden die Selbstbedienungsbereiche in den Filialen zudem neuerdings vielfach nachts abgesperrt. „Dabei werden wir vorerst bleiben müssen“, sagte Constanze Stempel, Sprecherin der Landesbank Berlin. Außerdem habe die Sparkasse kurzfristig ein Krisenteam gebildet, sagte Stempel. Das Team soll in Zusammenarbeit mit der Polizei, aber auch mit Geldautomatenherstellern, mögliche Präventionsmaßnahmen prüfen.
In den vergangenen Monaten meldete die Polizei fast wöchentlich, dass Automaten von Unbekannten beschädigt wurden, um an Geld zu kommen. Teilweise versuchten die Täter, die Geldautomaten mit brachialer Gewalt aufzubrechen oder etwa mit Hilfe eines Autos ganz aus ihrer Verankerung zu reißen. Zuletzt gab es eine ganze Serie von Sprengungen. Dabei pumpten die Täter Gas in den Automaten und legten eine Lunte. Bei solch einer Explosion wurde etwa Ende Juni an der Leipziger Straße eine Sparkassen-Filiale erheblich beschädigt.
Täter gehen oft leer aus
Oft gehen die Täter leer aus. In einigen Fällen kommen sie gar nicht erst an das Geld, in anderen werden die Scheine durch die eigens dafür eingebauten Farbpatronen in den Automaten zerstört, wie kürzlich in einer Filiale an der Kreuzberger Bergmannstraße, als die Täter das verfärbte Bargeld zurückließen.
„Die mittlerweile verstärkt auftretenden Geldautomaten-Sprengungen in Berlin und Umfeld sehen wir natürlich mit Sorge – auch aufgrund der offenkundig in Kauf genommenen Personengefährdung und des zumeist hohen Schadens an Gebäuden und Einrichtungen“, sagte Mathias Paulokat, Sprecher der Commerzbank in Berlin. Nancy Münch von der Volksbank hofft auf einen baldigen großen Fahndungserfolg der Polizei – zur Abschreckung.
Die Polizei spricht bei den Vorfällen bislang nicht von einer Serie, sie verweist aber darauf, dass Zusammenhänge zwischen den Taten geprüft würden. Zu den Schadenssummen macht die Polizei keine Angaben.





