Schon wieder haben unbekannte Täter in Berlin einen Geldautomaten gesprengt. Und wieder flüchteten sie, ohne auch nur einen einzigen Geldschein erbeutet zu haben.
Die jüngste Tat ereignete sich am Sonntagmorgen in einer Sparkasse an der Muskauer Straße in Berlin-Kreuzberg. Gegen 6.50 Uhr hebelten die Täter die Tür zum verschlossenen Vorraum auf. Sie füllten Sprengmittel in einen Automaten und leiteten die Explosion ein.
Während der Detonation warteten sie vor der Filiale. Durch die Druckwelle und die Wucht der auseinander fliegenden Teile wurde die Tür zum Vorraum jedoch so stark verbogen, dass sie den Tätern den Weg zurück versperrte. Die Unbekannten mussten daraufhin ohne Beute flüchten. Zeugen sahen mehrere Personen in einen Wagen steigen und in Richtung Mariannenplatz davonfahren.
Wegen der Anschläge schließt die Sparkasse neuerdings 65 von ihren insgesamt 145 Filialen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens ab. Wie die jüngste Tat vom Sonntag zeigt, hält das die Täter jedoch offenbar nicht ab.
Mehrere ähnliche Fälle in den vergangenen Wochen
In den vergangenen Wochen hatte es mehrere ähnliche Taten gegeben. Ende Juni sprengten Unbekannte zwei Automaten in einer Sparkassenfiliale an der Leipziger Straße in Mitte. Durch die Detonation wurde der Vorraum der Bank verwüstet, Glastüren, Fensterscheiben und zwei Kontoauszugsdrucker gingen zu Bruch. Zeugen alarmierten die Polizei, nachdem sie durch einen lauten Knall wach geworden waren und kurz darauf vier Männer in einem Auto hatten flüchten sehen. Nur wenige Tage zuvor waren in Kreuzberg mehrere Geldautomaten der Postbank gesprengt worden.
In einer Filiale an der Bergmannstraße ließen die Täter große Mengen Bargeld zurück, weil durch die Explosion die Farbpatrone im Automaten ausgelöst worden war. Das Geld wurde dabei so stark beschädigt, dass es für die Täter nicht zu gebrauchen war. Auch in diesem Fall wurden mehrere Männer beobachtet, die in einem Auto flüchteten. Wenig später meldeten Anwohner am Maybachufer einen brennenden BMW.
Wie sich herausstellte, handelte es sich um den Fluchtwagen der Täter. Im Wagen wurden weitere mit Farbe beschädigte Geldscheine gefunden. Bei einem Anschlag auf einen Geldautomaten einer Postbankfiliale am Halleschen Ufer war ebenfalls die Patrone geplatzt, so dass die Täter ihre Beute nicht verwenden konnten.
Die Polizei spricht nicht von einer Serie, verweist aber darauf, dass Zusammenhänge zwischen den einzelnen Taten geprüft würden.



