Die Serie von Geldautomaten-Sprengungen in Berlin geht weiter: Unbekannte haben am frühen Dienstagmorgen um 4.30 Uhr zwei Geldautomaten in einer Sparkassenfiliale an der Leipziger Straße in Mitte gesprengt.

Durch die Detonation wurden die Scheiben sowie die Glastüren der Filiale zerstört. Auch zwei Kontoauszugsdrucker wurden beschädigt.

Zeugen, die durch den Lärm der Detonationen wach wurden, haben der Polizei von vier Tätern berichtet, die mehrere Geld-Kassetten in ein Auto gebracht und mit dem Wagen dann Richtung Neue Grünstraße davon gefahren seien.

Durch weitere Befragungen der Zeugen wollen die Beamten möglichst verwertbare Beschreibungen bekommen. Erst damit kann überprüft werden, ob zwischen den bisherigen Taten ein Zusammenhang besteht.

Wie die Täter vorgegangen sind, ist nach Angaben der Polizei noch ungeklärt. Kriminalbeamte waren noch am Vormittag damit beschäftigt, mögliche Spuren des Überfalls zu sichern.

Mehrere Fälle in wenigen Tagen

In der vergangenen Woche waren in Kreuzberg und Wilmersdorf ebenfalls Geldautomaten gesprengt worden. Unklar ist, ob diese Taten in Zusammenhang mit dem neuen Fall stehen.

In der Nacht zu Sonnabend hatte ein lauter Knall Anwohner der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf aus dem Schlaf gerissen. Gegen 2.30 Uhr sprengten bislang unbekannte Täter in einer Filiale der Sparkasse einen Geldautomaten.

Die Wucht der Detonation zerlegte den Automaten in mehrere Teile und verwüstete den Vorraum der Filiale. Anschließend flüchteten die Täter, die einen größeren Behälter dabei hatten, mit einem bereit stehenden Auto.

Auch in Kreuzberg wurden mehrere Geldausgabeautomaten gesprengt und anschließend die Geldkassetten aufgebrochen, so an der Bergmannstraße und am Halleschen Ufer.

In beiden Fällen hatten die Täter es auf Geldautomaten der Postbank abgesehen. Sie mussten jedoch jedes Mal einen großen Teil des Geldes zurück lassen. Bei dem Versuch, die Automaten und schließlich die Geldkassetten zu öffnen, wurden die Geldscheine jedoch mit roter Farbe überzogen und somit unbrauchbar.

Fluchtauto angezündet

Bei dem Überfall auf die Filiale an der Bergmannstraße hatten sich die Räuber ebenfalls mit einem Auto abgesetzt. Das stand wenige Minuten nach dem Überfall am Maybachufer in Flammen. Die Täter hatten das gestohlene Auto selbst in Brand gesetzt, um somit mögliche Spuren zu vertuschen.

Die Mitarbeiter des zuständigen Fachkommissariats beim Landeskriminalamt prüfen derzeit auch, in wieweit diese Anschläge auf das Konto einer einzigen Bande gehen.

dpa/alu/mim/plet/hhn