Die Plage ist kaum noch einzudämmen - der Eichenprozessionsspinner befällt immer mehr Bäume in der Region. Er kommt in ganz Europa vor, lebt vornehmlich im Flachland und in hügeligen Lagen.

Raupen des Eichenprozessionsspinners besiedeln hauptsächlich die Ränder eichenreicher Wälder. Sie kommen jedoch auch an einzelnen Bäumen in Parks oder an Straßen vor.

Berlin und Brandenburg sind seit den 90er Jahren in wachsendem Maße betroffen. Auch in allen anderen Bundesländern gibt es inzwischen Eichenprozessionsspinner.

Starke Vermehrung der Eichenprozessionsspinner durch Klimawandel

Die Ursachen für die starke Vermehrung des Schädlings sehen Forscher vor allem im Klimawandel. Da der Eichenprozessionsspinner sich gerne in warmen und trockenen Gebieten aufhält, fördern die heißer werdenden Sommer und die milderen Winter die Ausbreitung des Falters.

Der Eichenprozessionsspinner, ein unscheinbarer Falter, fliegt in den Abendstunden von Ende Juli bis Anfang September und legt seine Eier in den Spitzen von Eichen ab.

Nach der Eiablage vergeht über ein halbes Jahr, in dem sich die Raupe heranbildet. In diesem Zeitraum sind die Larven noch ungefährlich.

Nachdem die Raupen im Mai des Folgejahres geschlüpft sind, fressen sie die Knospen und neu gebildeten Blätter der Eiche ab. Deshalb erkennt man befallene Bäume an ihren kahlen Ästen.

Gifthaare bilden sich nach zweiter Häutung

Nach der zweiten Häutung bilden Eichenprozessionsspinnerraupen etwa Anfang Juni die gefährlichen Gifthaare aus. Diese werden besonders bei trockenem Wetter über weite Strecken durch die Luft geweht und lösen beim Menschen allergische Reaktionen aus - in den meisten Fällen äußert sich das in einem rötlichen Hautausschlag. Wer davon betroffen ist, sollte einen Arzt aufsuchen.

Zudem spinnen die Raupen etwa Anfang Juni an einer windgeschützten Seite des Baumes ein auffälliges, weiß-graues Nest. Es besteht aus Raupenkot, Spinnfäden und Puppen. Von dort aus ziehen die Raupen nachts in Prozessionen, die zehn Meter lang und einen halben Meter breit werden können, auf Nahrungssuche.

Kaum natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners

Gegen Anfang Juli verpuppen sich die Raupen, bevor nach drei bis fünf Wochen die Falter schlüpfen. Menschen sollten sich von den Nestern fernhalten.

Nur wenige Fressfeinde bedrohen den Eichenprozessionsspinner. Zu ihnen zählen der Puppenräuber, Schlupfwespen, der Kuckuck und Wanzen.

Wenn befallene Bäume zu nah an menschlichen Siedlungen, Spielplätzen oder Schwimmbädern liegen, kann der Eichenprozessionsspinner auch mit chemischen Mitteln bekämpft werden.

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