In den letzten Jahren hat die Verbreitung des Eichenprozessionsspinner in Berlin und Brandenburg deutlich zugenommen. Die gefräßigen Raupen stellen eine große Gefahr für Bäume dar - aber auch Menschen drohen durch den Kontakt mit den Schädlingen ernsthafte gesundheitliche Folgen.

Die Gefahren für den Baumbestand sind deutlich sichtbar - die Blätter dienen den Raupen als Nahrung und werden abgefressen. Die Folge sind kahlgefressene Baumkronen, durch die der Baum an Masse und damit deutlich an Lebenskraft verliert.

Menschen leiden vor allem an allergischen Reaktionen durch die Härchen der Prozessionsspinnerraupen. Ein Kontakt mit den giftigen Brennhaaren kann Ausschlag und Atemnot zur Folge haben.

Schädlingsbekämpfung beim Befall durch Eichenprozessionsspinner

Da die Nester der Prozessionsspinnerraupen oft gut sichtbar an der Rinde der befallenen Eichen kleben, scheint eine Entfernung zunächst kein Problem. Keinesfalls sollten die Gespinste jedoch berührt oder bewegt werden, da sonst die feinen Haare der Eichenprozessionsspinnerraupen weiter verteilt werden können.

Das Abflammen der Nester ist eine relativ verbreitete Methode. Allerdings besteht auch hier die Gefahr, die giftigen Brennhaare durch die heiße Luft noch weiter zu verwirbeln. Da das Gift noch über Jahre wirken kann, wird immer häufiger die Methode des Absaugens gewählt, bei der es sich um die sicherste und gründlichste Technik handelt.

Einige Firmen haben sich bereits auf die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners spezialisiert und bieten neben der Absaugung der Nester auch die Verbrennung der gefährlichen Raupen an.

Das muss beim Einsatz von Insektiziden beachtet werden

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Prozessionsspinnerraupen ist dann sinnvoll, wenn nach eingängiger Untersuchung von einer akuten Gefahr des Baumbestands ausgegangen werden kann. In jedem Fall müssen die zuständigen Behörden vor einer Besprühung mit Insektiziden per Hubschrauber zunächst grünes Licht geben.

Es gibt unterschiedliche Arten von Insektiziden - hauptsächlich wirken diese in einem bestimmten Stadium auf das Wachstum der Raupen, um die Ausbildung der giftigen Härchen zu verhindern. Soll vor allem die Eiche geschützt werden, bietet sich der Einsatz von Pflanzenschutzmittel nach gängigem Pflanzenschutzrecht an. Sollen vor allem Passanten vor den Gefahren durch die Haare der Raupen geschützt werden, kann auf Biozide gegen Hygieneschädlinge zurückgegriffen werden.

Der optimale Termin für eine Bekämpfung liegt meist Ende April oder Anfang Mai, da zu dieser Zeit die Larven noch kein Gift entwickelt haben. Nach diesem Zeitraum ist das Absaugen durch Spezialfirmen der Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln vorzuziehen.