Die großräumige Bekämpfung des giftigen Eichenprozessionsspinners hat am Donnerstag zu Verkehrsbehinderungen auf der A9 Berlin-Nürnberg geführt. Immer wieder gab es dort für jeweils etwa zehn Minuten Sperrungen. Grund war der Einsatz eines Hubschraubers, der das Raupengift versprühte. Während er die Autobahnen überflog, sollten sicherheitshalber keine Fahrzeug auf den Strecken zwischen Kreuz Niemegk und Klein Marzehns, Beelitz und Beelitz-Heilstätten sowie Ferch und Michendorf unterwegs sein.
Die Aktion war am frühen Nachmittag beendet. In der kommenden Woche ist dann ein Hubschraubereinsatz entlang der A115 geplant. DIe Polizei hatte zunächst gemeldet, dass der Einsatz auch am südlichen Berliner Ring stattgefunden habe, diese Angaben später jedoch korrigiert.
Landesweit werden bis zum 10. Juni rund 9000 Hektar Wald und weitere Gebiete mit dem Insektengift besprüht. Brandenburg hat ungefähr 18.000 Liter angeschafft. Bei dem Biozid handele es sich um ein Gift mit dem Wirkstoff „Bacillus thuringiensis“, das auf die Eichenblätter appliziert wird. Die Raupen nehmen es über ihre Nahrung auf.
Park Sanssouci war bereits an der Reihe
Laut Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) ist es höchste Zeit: „Da die Raupen schnell wachsen, hoffe ich auf ein zügiges Okay des Amtes.“ Nach Aussage von Carsten Leßner aus dem Agrarministerium bleiben für den Einsatz des Pestizids nach dem 10. Mai nur noch drei Wochen Zeit.
Im Park Sanssouci gab es am vergangenen Montag einen Hubschraubereinsatz, um die Raupen in den Eichen von der Luft aus zu bekämpfen, bevor die Schädlinge ihre Brennhaare ausbilden. Am Dienstag war der Park nach der eintägigen Schließung wieder geöffnet. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) warnte, dass das Gift auch eine Gefahr für die Menschen sein kann, wenn beim Sprühen nicht die nötigen Vorschriften beachtet würden. So sei am Montag auf der belebten Schöneberger Hauptstraße ohne Absperrungen Margosa-Extrakt versprüht worden. Giftnebel traf laut BUND-Sprecher Christian Hönig dabei auch Passanten und wurde vom Wind weitergetragen.
dpa/BM




