Im Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf mehr Geld für die Beschäftigten geeinigt. Ein drohender Warnstreik wurde somit abgewendet. Es sei gelungen, unter schwierigen Bedingungen einen Kompromiss zu finden, sagte Claudia Pfeiffer, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV).

Beide Seiten verständigten sich auf einen Tarifvertrag ab Juli 2013, der für 24 Monate gilt. Die Beschäftigten erhalten bis Ende 2013 ein Prozent mehr Lohn und Gehalt. Für 2014 ist eine Erhöhung von 2,2 Prozent vereinbart, für 2015 sind es 1,5 Prozent. Das entspricht nach Angaben der BVG einem Volumen von 24 Millionen Euro.

Auch an einem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sollen die Mitarbeiter ab 2016 beteiligt werden. Sie sollen mindestens 2,5 Prozent mehr Lohn bekommen – aber nur, wenn die BVG ein positives Betriebsergebnis einfährt.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2025

Zudem sollen die Beschäftigten bis 2025 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sein. Das sei ein wesentlicher Punkt der Verhandlungen gewesen, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Frank Bäsler. „Wir haben eine weitestgehende Beschäftigungssicherheit erreicht.“ Der Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) begrüßte die Einigung.

Der KAV hatte den rund 13 000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport ursprünglich eine Einmalzahlung sowie zwei Entgelterhöhungen von jeweils 1,5 Prozent angeboten, die sich auf eine Laufzeit von 30 Monaten verteilen. Verdi forderte dagegen unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für 12 Monate.

Beide Seiten verhandeln seit einem halben Jahr, um Geld ging es aber erst in den vergangenen Wochen. Zu Themen des Manteltarifvertrages wie Urlaubsregelung oder Konditionen bei Fahrdienstuntauglichkeit soll es weitere Gespräche geben. Beide Seiten rechnen damit, das Gesamtpaket bis Mitte Juni geschnürt zu haben.

dpa/sh