Lautstark haben rund 150 BVG-Beschäftigte am Mittag vor dem Sitz des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) in Charlottenburg für höhere Löhne und verbesserte Arbeitszeitregelungen demonstriert. Mit einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifenkonzert empfingen sie auf der Goethestraße die Arbeitgebervertreter, unter ihnen den Personalvorstand der landeseigenen Verkehrsbetriebe, Lothar Zweininger, und BVG-Finanzvorstand Henrik Falk.

In der KAV-Zentrale läuft zur Stunde die vorerst letzte vereinbarte Gesprächsrunde in den aktuellen Tarifverhandlungen. Für den Fall dass die Verhandlungen heute ergebnislos bleiben, hat die Gewerkschaft Ver.di bereits Warnstreiks angekündigt, die auch die Fahrgäste treffen können. Wann und wo genau es zu Aktionen kommt, wollen die Gewerkschafter am Nachmittag beraten. Um 15.30 Uhr kommt die Tarifkommission und um 16 Uhr die Zentrale Streikleitung zusammen.

„Wenn es von der Arbeitgeberseite ein nachgebessertes Angebot gibt, werden wir aber natürlich nicht vom Tisch aufstehen“, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Frank Bäsler vor Gesprächsbeginn der Berliner Morgenpost. Auch BVG-Personalvorstand Zweiniger signalisierte: „Wir sind an einer Einigung interessiert.“ Bei den Tarifverhandlungen für die rund 12.500 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und deren Fahrer-Tochter Berlin Transport geht es sowohl um die Löhne und Gehälter, als auch die im Manteltarif vereinbarten Rahmenbedingungen.

Ver.di fordert Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent ab dem 1. Juli, eine Arbeitszeitverkürzung auf 38 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich sowie einen längeren Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Die Arbeitgeber haben bislang Einkommensverbesserungen von je 1,5 Prozent in den Jahren 2014 und 2015 sowie eine Einmalzahlung von 900 Euro für dieses Jahr angeboten. Dieses Angebot wurde von Ver.di umgehend als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen.