Kritische Tarifrunde

Bei der BVG laufen bereits Vorbereitungen für einen Streik

In Berlin drohen neue Streiks im Nahverkehr. Am Dienstag treffen sich die Gewerkschaft und die BVG-Arbeitgeberseite, um über noch einmal über den Tarifvertrag zu beraten, Streikvorbereitungen laufen.

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Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stehen nach Gewerkschaftsangaben auf der Kippe. Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) wollen sich an diesem Dienstag zwar noch einmal zusammensetzen. Weitere Verhandlungstermine sind bislang aber nicht vereinbart, hieß es. Die Gewerkschaftsseite hält das bisherige Angebot der Arbeitgeber für die 12.600 Beschäftigten für unzureichend. Vorbereitungen für Warnstreiks laufen bereits.

Verdi hatte den Entgelttarifvertrag zum 30. Juni gekündigt. Der Arbeitgeberverband bietet dem Vernehmen nach eine Einmalzahlung sowie zwei Entgelterhöhungen von jeweils 1,5 Prozent, die sich auf eine Laufzeit von 30 Monaten verteilen. Verdi verlangt dagegen 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Für den Manteltarifvertrag, der grundsätzliche Dinge wie Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch regelt, gibt es demnach noch kein Angebot. Darüber verhandeln beide Seiten schon seit einem halben Jahr.

S-Bahn bleibt verschont

„Es werden schon Streiklisten kopiert“, hieß es bei Verdi. Am Dienstagnachmittag träfen sich die Tarifkommission der Gewerkschaft und die zentrale Arbeitskampfleitung. Die hoch verschuldete landeseigene BVG betreibt in Berlin Busse, Trams und U-Bahnen. Die S-Bahn ist nicht betroffen, sie gehört zur bundeseigenen Deutschen Bahn. Vor fünf Jahren hatte die Gewerkschaft die BVG in einem Tarifkonflikt mehrere Wochen lahmgelegt.