Prozess

Polizist bei 1.-Mai-Demo verletzt – Freispruch für Kollegen

Zwei Polizisten sollen bei der 1.-Mai-Demo 2011 einen Zivilkollegen misshandelt haben. Beim Prozess gaben die meisten Polizeizeugen an, nichts gesehen zu haben. Nur zwei hatten etwas beobachtet.

Aus Mangel an Beweisen sind zwei Polizisten, die wegen Misshandlung eines Kollegen in Zivil bei einer 1.-Mai-Demo angeklagt waren, in Berlin freigesprochen worden. „Es gebe eine große Wahrscheinlichkeit, aber keine Sicherheit“, hieß es am Dienstag zur Begründung des Urteils vor dem Berliner Amtsgericht.

Der 25 Jahre alte Zivilbeamte war am 1. Mai 2011 bei einer Demonstration in Kreuzberg im Einsatz. Ein Kollege hatte ihm laut Anklage mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ein weiterer Polizist soll ihn mit Reizgas besprüht haben. Er stürzte rücklings zu Boden. Die Lippe war dick angeschwollen und gerissen, die Augen waren gerötet.

Krawalle hatte es nach Angaben des 25 Jahre alten Beamten an seinem Standort am Kottbusser Tor nicht gegeben. Auch habe er nicht provoziert. Erkennen konnte er die Täter nicht. Die meisten der mehr als ein Dutzend Polizeizeugen behaupteten, sie hätten nichts gesehen.

Zwei Polizisten hatten Misshandlungen aus der Gruppe der Uniformierten beobachtet. Konkret konnten auch diese Zeugen die Täter nicht identifizieren. Es hatte mit der Einheit zu tun, aber es sei nicht nachzuweisen, dass die Angeklagten es waren, urteilte das Gericht. Die Beamten im Alter von 30 und 32 Jahren hatten geschwiegen.