„Macht Kunst“

Hunderte Kunstliebhaber drängen in die neue Kunsthalle

Mehr als 2000 Werke haben Bürger zur Präsentation in der neuen Kunsthalle der Deutschen Bank abgegeben. Nun stehen Hunderte an, um die Kurzausstellung zu sehen. Morgen ist schon wieder Schluss.

Nun sind die Kunstliebhaber und -experten, die gern schauen, an der Reihe: Die neue Kunsthalle der Deutschen Bank hat die Ausstellung „Macht Kunst“ eröffnet. 24 Stunden lang sind hier 344 Kunstwerke von Profis und Laien zu sehen, allesamt abgegeben von Bürgern, die meinen, diese Werke sollte eine breite Öffentlichkeit zu sehen bekommen.

Hunderte standen an den Abgabetagen vergangene Woche an der Kunsthalle Unter den Linden Schlange – und Hunderte stehen auch am Ausstellungstag an, um die Kunst der Bürger zu sehen.

In den ersten fünf Minuten fanden schon 150 Besucher Einlass, schon nach einer halben Stunden waren es etwa 250, der Eingang musste vorübergehend geschlossen werden.

Einer derjenigen, die gleich zu Beginn in die Halle gekommen sind, ist André Boitard (36), Kommunikationsdesigner und Künstler aus München, der seit zehn Jahren in Berlin lebt. „Die Qualität der Bilder ist höher als erwartet“, sagt er. „In Berlin gibt’s fast mehr Künstler als Einwohner, das Konzept ist aufgegangen, super Ausstellung.“

Ein bisschen Kraut und Rüben sei „Macht Kunst“ schon, aber die Qualität sei so gut, dass das kompensiert werde. „Das ist ein Berlin-Ding, darf gerne trashig sein“, meint Boitard. „Ich hatte befürchtet, jede Hausfrau kann ihren Lumpen abgeben – so ist es nicht gekommen. Das ist mein bisher bestes Event.“

Aktuell kommen nur noch Besucher in die Halle hinein, wenn andere hinausgehen. Die Schlange Interessierter, solcher, die selbst ein Werk abgegeben haben, aber auch bislang unbeteiligter, reicht fast bis zum Bebelplatz.

Weitere Werke am 28. April in der Kunsthalle

Wegen der großen Resonanz wurde bereits eine zweite – andere – Ausstellung angekündigt – am 28. April sollen ebenfalls für 24 Stunden die Werke, die nicht mehr in die aktuelle Ausstellung hineinpassten, an die Wände der Alten Münze in Berlin-Mitte kommen.

Insgesamt hatten Hobby- und Profikünstler mehr als 2000 Gemälde, Kollagen und Fotografien eingereicht. „Wir sind absolut begeistert von der Qualität“, sagte der Sprecher der Kunsthalle der Deutschen Bank, Klaus Winker.

Den Künstlern, deren Werke nun ausgestellt werden, winkt nun neben der Ehre, von Hunderten gesehen zu werden, auch ein Preis. Jeder Besucher kann die ausgestellten Kunstwerke bewerten. Der Preis für das Exponat mit den meisten Stimmen ist ein Atelierstipendium für die Dauer eines Jahres, dotiert mit 500 Euro im Monat.

Außerdem bewertet eine Fachjury die Kunst. Die drei Gewinner können ihre Werke jeweils in einer zweiwöchigen Einzelausstellung in der neuen Kunsthalle präsentieren. Die Ausstellungen finden im Zeitraum November 2013 bis Februar 2014 statt.

Mit der Aktion „Macht Kunst“ will die Deutsche Bank auf die Eröffnung ihrer Kunsthalle – Nachfolgerin des Deutschen Guggenheim – am 18. April aufmerksam machen. Dann gibt es dort zum Auftakt eine Ausstellung des Künstlers Imran Qureshi aus Pakistan zu sehen.