Prozess

Polizeischüler verschickte Fahndungsfoto an Clan-Mitglied

Der Ex-Polizeischüler steht wegen Geheimnisverrats vor Gericht. Er wollte mit dem Foto seinen Bekannten "ein bisschen ärgern".

Eine Bronzestatue der Justitia.

Eine Bronzestatue der Justitia.

Foto: dpa

Berlin. Die Polizeiakademie kommt nicht zur Ruhe: Immer wieder sorgt sie für Schlagzeilen und nun geht es weiter. Ein Ex-Polizeischüler sitzt nun auf der Anklagebank vor dem Amtsgericht. Ihm wird Geheimnisverrat vorgworfen. Das berichtet die BZ.

Der ehemalige Polizeianwärter leitete ein Foto aus einer Polizeifahndung weiter. Das Bild schickte er an seine Freundin und an einen Freund - dieser war nämlich in der Fahndung auf dem Foto zu sehen. "Ich wollte ihn damit ein bisschen ärgern." Der Freund auf dem Foto soll zu einer Großfamilie gehören. Er wurde des Tankbetruges verdächtigt.

Ex-Polizeischüler sieht es als Pausenspaß an

Der Ex-Polizeischüler gab vor Gericht auch zu, dass er das Foto weitergeleitet habe. Er sagte, dass es ihm nicht bewusst gewesen sei, dass das verboten ist. Zugang zu dem Foto erhielt der Polizeischüler über den Computer im Klassenraum. In der Pause loggte er sich in ein internes Kommunikationssystem ein. Laut dem Ex-Polizeischüler sollen das auch andere Personen gemacht haben. Eine Aufsicht soll meist nicht im Raum gewesen sein. Das Passwort für das interne Kommunikationssystem sollen die Schüler bekommen haben.

Außerdem sagte der Ex-Polizeischüler, dass er nicht über seine Verschwiegenheitspflicht belehrt worden sei. Er behauptet, dass er nur eine Kurzversion erhalten haben soll, weil er später in das Schuljahr eingestiegen ist.

Die Polizeilaufbahn war danach für den Mann beendet. Der Prozess geht weiter.

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