Tag der Arbeit

1. Mai: CDU meldet Gegendemo in Kreuzberg an

Die CDU hat eine Gegendemo zur linksradikalen Demonstration am 1. Mai angekündigt. Diese wollen das Fest im Görlitzer Park ansteuern.

Die CDU hat eine Gegendemo zur linksradikalen Demonstration am 1. Mai angekündigt (Archiv)

Die CDU hat eine Gegendemo zur linksradikalen Demonstration am 1. Mai angekündigt (Archiv)

Foto: Reto Klar

Berlin. Die linksradikale Demonstration am Abend des 1. Mai in Kreuzberg will gezielt das erstmals durchorganisierte Fest des Bezirks im Görlitzer Park ansteuern. Die Veranstalter kritisierten am Donnerstag, der Bezirk lasse „von einem privaten Eventveranstalter ein Fest für Yuppies ausrichten“. Man werde das „thematisieren“ und am Görlitzer Park „schauen, was die Lage hergibt“, wie ein Sprecher der Organisatoren sagte.

In diesem Jahr wird im Görlitzer Park parallel zum "Myfest" im Kiez rund um die Oranienstraße erstmals ein Party-Ableger namens "MaiGörli" veranstaltet. Zwischen 12 und 23 Uhr gibt es für die Besucher – bis zu 200.000 waren es vergangenes Jahr in der Spitze – ein Musikprogramm auf zwei Bühnen. Auf der einen treten lokale Künstler auf, auf der anderen wird Electro und House gespielt. Bereits zugesagt haben der bekannte Berliner DJ „Wankelmut“, das Kölner Elektro-Duo „Andhim“ und die Technomusiker von „M.A.N.D.Y.“. Die Aufbauarbeiten beginnen am 27. April.

Ab dem 30. April ist der Park dann nur noch über Eingangsschleusen zu erreichen. Sicherheitskräfte werden die Besucher am Tag darauf kontrollieren. Zwar ist der Eintritt am 1. Mai frei, allerdings weist das Bezirksamt auf einige Regelungen hin. Während Lebensmittel zum eigenen Verzehr in unbegrenzter Menge mitgebracht werden dürfen, sind höchstens drei Liter Getränke erlaubt, in Pet-Flaschen oder Kartonverpackungen.

CDU meldet Gegendemo an

Die Strecke der sogenannten Revolutionären 1.-Mai-Demonstration soll auch am nahe dem Park liegenden geplanten Google-Campus im Umspannwerk an der Ohlauer Straße vorbeiführen. Es gehe zu „Orten der Verdrängung“, hieß es. Dann könnte die Demonstration Richtung Neukölln ziehen. Den kompletten Streckenverlauf wollen die Organisatoren erst kurz vor dem 1. Mai mitteilen. Bekannt ist nur, dass die Demonstration wie im vergangenen Jahr um 18 Uhr am Kreuzberger Oranienplatz beginnen soll. Erneut wollen die Veranstalter die Demonstration nicht wie vorgeschrieben bei der Versammlungsbehörde der Polizei anmelden. „Wir stehen in keinem Kontakt zur Polizei“, sagte der Sprecher.

Dieses Vorgehen hatte im vergangenen Jahr längere Diskussionen ausgelöst. Letztlich ließ die Polizei etwa 8000 Demonstranten am Abend des 1. Mai gewähren. Die eigentliche Demonstration verlief trotz der überfüllten Straßen im Zentrum Kreuzbergs und einer zum Teil aggressiven Stimmung weitgehend friedlich. Die üblichen größeren Gewaltausbrüche erfolgten aber erst nach Ende der Demonstration. Auch in diesem Jahr gibt es entsprechende Befürchtungen.

Neben diversen Aufzügen linker Gruppen hat auch der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wansner am Oranienplatz eine Kundgebung mit 50 Teilnehmern angemeldet. Man wolle damit einmal mehr deutlich machen, dass der rot-rot-grüne Senat nicht konsequent gegen linksextreme Gewalt in Berlin vorgehe, sagte Wansner. Der Abgeordnete hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Kundgebungen am 1. Mai angemeldet, sie wurden jedoch nach Drohungen aus der autonomen Szene stets wieder abgesagt.

Der erste Tag im Mai 2017

Mehr zum Thema:

„Myfest“ bekommt Party-Ableger im Görlitzer Park

Das Myfest sprengt die Grenzen des Festgeländes

So feierten Tausende friedlich beim Myfest in Kreuzberg

Wieso der 1. Mai und das Myfest sich neu erfinden müssen

1. Mai in Berlin: Mehr Festnahmen, weniger Verletzte