05.12.12

Sparkurs

Air-Berlin-Chef stimmt Mitarbeiter auf Entlassungen ein

Deutschlands zweitgrößte Airline muss kräftig sparen. Hartmut Mehdorn schließt nun auch keine betriebsbedingten Kündigungen mehr aus.

Foto: dapd

Massenentlassungen Hartmut Mehdorn schließt zwar Massenentlassungen aus, einige Mitarbeiter könnte aber dennoch treffen
Massenentlassungen Hartmut Mehdorn schließt zwar Massenentlassungen aus, einige Mitarbeiter könnte aber dennoch treffen

Der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin drohen offenbar harte Einschnitte. Im Rahmen des neuen Sparprogramms könnten auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn jüngst Arbeitnehmervertretern des Konzerns. Wie viele Jobs wegfallen, sagte er nicht. Der Verwaltungsrat der Fluggesellschaft solle nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am 21. Dezember über das Ausmaß der Streichungen informiert werden.

Mitarbeiter sollen Gehaltseinbußen hinnehmen

Zuletzt war spekuliert worden, dass Air Berlin jede zehnte Stelle – also etwa 930 Jobs – abbauen will. Mehdorn hatte dies dementiert, aber auch Einsparungen beim Personal angekündigt. "Ziel ist es, das Ergebnis innerhalb der nächsten zwei Jahre um zehn Prozent zu verbessern", sagte nun VC-Tarifsekretär Philip Küpper. Zeitlich befristete Gehaltseinbußen sollen dabei weitere Einsparungen bringen. Außerdem solle nur noch Weihnachtsgeld gezahlt werden, wenn Gewinn gemacht wurde.

Am Donnerstag will die ebenfalls mit Problemen kämpfende Lufthansa in Köln ihr Konzept für eine deutlich erweiterte Billigfluglinie auf Basis der Konzerntochter Germanwings vorstellen.

Etihad will Vielflieger-Programm "Topbonus" kaufen

Air-Berlin-Großaktionär Etihad Airways will das Vielfliegerprogramm "Topbonus" seines angeschlagenen deutschen Partners übernehmen. Das geht aus einer am Mittwoch in Wien veröffentlichen Mitteilung der österreichischen Kartellbehörde hervor. Demnach will die arabische Airline mit Sitz in Abu Dhabi die alleinige Kontrolle über "Topbonus" erwerben.

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hatte den Verkauf bereits Mitte November angekündigt, aber weder einen Käufer noch einen Kaufpreis genannt. Mit dem Geld will Air Berlin seine Schulden abbauen. Das Geschäft soll das Jahresergebnis "deutlich, deutlich" verbessern, sagte damals Finanzchef Ulf Hüttmeyer.

"Topbonus" zählt mehr als drei Millionen Mitglieder und ist Hüttmeyer zufolge das zweitgrößte Vielfliegerprogramm in Deutschland. Das Pendant "Miles and More" des Konkurrenten Lufthansa hat 22 Millionen Teilnehmer. Etihad Airways war Ende vergangenen Jahres bei der kriselnden Air Berlin eingestiegen und hatte rund 30 Prozent der Aktien erworben.

Quelle: dpad/ap
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