20.01.2013, 14:35

Eishockey Red Bull will Eisbären-Trainer Jackson nach München locken


Don Jackson ist gut mit dem Coach von Red Bull Salzburg befreundet

Foto: ROTH/AUGENKLICK / picture alliance / Augenklick/Ro

Don Jackson ist gut mit dem Coach von Red Bull Salzburg befreundet Foto: ROTH/AUGENKLICK / picture alliance / Augenklick/Ro

Der Sonntagsgegner der Berliner sorgt mit Wechselgerüchten um deren Trainer für Unruhe. Eisbären-Manager Lee reagierte schmallippig.

Das Münchener Eishockey durchlebt bewegte Zeiten. Nicht so sehr auf dem Eis, denn derzeit steht der EHC Red Bull auf dem elften Tabellenplatz. Vielmehr sorgt für Gesprächsstoff, was angeblich hinter den Kulissen so alles passieren soll.

Geredet wird auch über die Berliner Eisbären, nicht nur, weil sie am Sonntag in München (16.30 Uhr) antreten. Spekuliert wird, ob der Mann, der die Eisbären seit 2007 zu vier Meisterschaften führte, in der kommenden Saison bei den Roten Bullen an der Bande stehen wird. Die Rede ist von Eisbären-Coach Don Jackson.

"Wir haben miteinander gesprochen, aber man weiß nie, was passiert", sagt Eisbären-Manager Peter John Lee auf die Frage, wie es um eine mögliche Vertragsverlängerung Jacksons beim Berliner Serienmeister steht.

Coach Jackson wäre allerdings nur ein Teil des Puzzles, das derzeit in München offenbar zusammengesetzt wird – und bei weitem nicht das größte. Der Getränke-Hersteller Red Bull, der vor der laufenden Saison beim verschuldeten und vom Lizenzverkauf bedrohten EHC eingestiegen war, soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Ambitionen haben, das Münchener Team komplett zu übernehmen und eine Art Symbiose mit Red Bull Salzburg einzugehen.

Salzburg womöglich neue Heimat beider Red-Bull-Teams

Derzeit ist Pierre Pagé, der die Eisbären einst zu den ersten beiden Meisterschaften nach der DDR-Epoche führte, Coach der Salzburger. Er ist mit Don Jackson gut befreundet und soll der Sportdirektor der Roten Bullen sowohl in Salzburg als auch in München werden. Vielleicht ist die Freundschaft seines Ex-Trainers zu seinem derzeitigen einer der Gründe, die Manager Lee so schmallippig vermelden lässt, dass man nie wisse, was zukünftig passiere.

Sollte sich Red Bull mit dem bisherigen Mehrheitseigentümer des Münchener Klubs, dem Kanadier Michael Phillips einigen und Jackson tatsächlich Bundestrainer Pat Cortina ablösen, könnte es gut sein, dass die Münchener und ihr Coach sich in Österreich niederlassen.

Im Salzburger Stadtteil Liefering entsteht derzeit ein hochmodernes Trainingszentrum, das dann die Heimat beider Red-Bull-Teams würde. Die Münchener würden dann zu den Spielen nur mal eben über die Grenze fahren.

Red Bull will Steuern sparen in Österreich

Sollte sich die Mannschaft inklusive des gesamten Umfelds in Österreich ansiedeln, könnte der Getränke-Tycoon die Münchener Red Bulls nach österreichischem Steuerrecht als Betriebsausgabe absetzen. Sollte das im Falle von Verletzungen zu Problemen mit der deutschen Berufsgenossenschaft führen, wäre der nicht allzu weit entfernte Grenzort Freilassing eine Option. Bewegte Zeiten im Münchener Eishockey, also.

Am Sonntag ist die Lage jedoch überschaubarer: Für Jackson und sein Team gilt es, mit dem Schwung des überragenden 6:3-Erfolgs am Freitag bei der DEG eine endgültige Trendwende nach den letzten schwachen Wochen einzuleiten.

(BM)
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