25.11.12

Eishockey

Eisbären setzen sich deutlich gegen Red Bulls München ab

Bis zum Schlusspfiff blieben die Eisbären stark und gaben sich gegen München keine Blöße. Die Torhüter auf beiden Seiten hatten viel zu tun.

Foto: picture alliance / Augenklick/Ra

Bissig: Die Eisbären konnten gegen München zeigen, wohin sie in der Saison wollen
Bissig: Die Eisbären konnten gegen München zeigen, wohin sie in der Saison wollen

An der Erkenntnis von Eisbären-Legende Sven Felski, in 1000 Spielen gewonnen, dass der Meister aus Berlin zwar verlieren kann, aber nur selten zweimal hintereinander, scheint etwas dran zu sein. Keine 40 Stunden nach dem 1:3 am Freitagabend bei den Hamburg Freezers schlugen die Berliner den EHC Red Bull München vor 14.200 Zuschauern in der O2-World 5:2 (3:1, 1:0, 1:1).

"Das war genau die richtige Reaktion", freute sich Daniel Briere, der NHL-Star der Eisbären, "Wir haben viele Chancen herausgespielt und dann auch getroffen."

Auch die Münchner waren angesichts des Arbeitskampfes in der NHL aktiv geworden und hatten sich verstärkt. Sie kamen mit Blake Wheeler von den Winnipeg Jets und Paul Stastny von der Colorado Avalanche nach Berlin, zwei Topstürmern, die es in Schach zu halten galt.

Die Berliner hingegen konnten nur Briere aufzubieten, Claude Giroux, war unter der Woche in die USA geflogen, um seine gestauchte Halswirbelsäule untersuchen zu lassen. Zudem musste Coach Don Jackson auf Jens Baxmann wegen einer Rippeprellung verzichten.

Für ihn spielte Frank Hördler neben James Sharrow in der ersten Verteidigung. Andre Rankel und Matthey Foy, die ebenfalls angeschlagen aus Hamburg zurückgekehrt waren, bissen sich durch.

Eisbären setzten sich gegen Red Bulls deutlicher ab

Glücklicherweise, denn Kapitän Rankel setzte gleich den ersten Glanzpunkt: Erstklassig angespielt von T.J. Mulock, drosch Rankel die Scheibe gleich zum 1:0 ins obere linke Eck des Münchener Tores (4.). Sekunden zuvor hatte sich Eisbären-Goalie Rob Zepp erstmals gegen Wheeler ausgezeichnet.

"Ich hätte kein gutes Gefühl gehabt, wenn ich nicht gespielt hätte", sagte Rankel. "Noch sind wir nicht bei 100 Prozent, aber heute doch mehr und mehr zu unserem gradlinigen Spiel gefunden."

Auch am Freitag waren die Berliner gut gestartet, hatten es aber versäumt, sich bei mehreren Strafen der Gegner deutlich abzusetzen. Gegen die Red Bulls machten sie es besser. Gleich am Ende der ersten Überzahl erhöhte Florian Busch auf 2:0 (8.).

In der Folge bekamen die Eisbären zunehmend Probleme mit Stastny, Wheeler und Martin Buchwieser, der die Münchener Reihe der NHL-Stars komplettieren durfte. Erst prüften sie Zepp, dann überwanden sie ihn: Buchwieser verkürzte auf 1:2 (12.).

Eisbären erspielten sich klar mehr Chancen

Bis dahin hatte es vor allem an den beiden Reihen, in denen die NHL-Stars Regie führten, für ein schnelles und technisch anspruchsvolles Spiel gesorgt. Als nächstes brandete dann allerdings ein ganz besonders herzlicher Jubel auf.

Darin Olver, der wegen seiner Hüft-Operation im Sommer erst sein drittes Spiel bestritt, wurde für sein hartnäckiges Nachsetzen vor dem Münchener mit seinem ersten Saisontor belohnt (19.). Mit dem 3:1 ging es in die erste Pause.

Im zweiten Drittel ließen Tempo und Präzision keinesfalls nach. Die Eisbären erspielten sich zwar klar die Mehrzahl an Chancen, mussten aber feststellen, dass Jochen Reimer im Tor der Münchener genau genauso gut aufgelegt war wie Zepp.

Auch den ersten Schuss Laurin Brauns wehrte Reimer nach einem Solo des Berliners noch ab, gegen dessen Nachschuss war er allerdings machtlos (37.) – 4:1 nach dem zweiten Drittel.

Torhüter glänzen mit Paraden auf beiden Seiten

Der letzte Abschnitt wurde wahrscheinlich auch von Coach Jackson mit großem Interesse erwartet, denn bei den letzten beiden Niederlagen gegen Krefeld und Hamburg hatten seine Männer genau da die Tore kassiert, die am Ende dafür sorgten, dass sie ohne die erhofften Punkte vom Eis gegangen waren.

Allerdings hatten die Eisbären in beiden Partien auch nicht mit drei Toren Vorsprung geführt. Nicht nur Jackson wollte sehen, dass der Sieg gegen die Münchener nicht noch in Gefahr geriet.

Das Drittel begann mit Glanzparaden der Torhüter auf beiden Seiten, Zepp rettete gegen Stastny, Reimer wenig später gegen Katic. Dann allerdings mussten mit T.J. Mulock und Briere zwei Eisbären auf die Strafbank, was die Gäste zum Anschlusstreffer durch Klaus Kathan nutzten (47.). Da aber nur wenig später Julian Talbot aus dem 4:2 ein 5:2 machte (51.), wurden Jacksons Sorgenfalten wieder geringern und die Fans stimmten, das "Olé, olé … der Sieger an.

Die Generalprobe für den Klassiker am Mittwoch gegen Mannheim (19.30 Uhr, O2-World und im Liveticker von Morgenpost Online) war geglückt. "Bislang haben wir oft 50 Minuten lang gutes Eishockey gespielt und dann alles zerstört", erklärte Rankel. So langsam sollten wir jetzt auch mal zwei Spiele hintereinander gewinnen und das beste ist, das mit gegen Mannheim anzufangen."

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