Templin

Evangelische Kirche entsetzt über "Spaghettimonster"-Schilder

Die Gaga-Religion der „Pastafaris“ hat im uckermärkischen Templin Schilder mit Hinweisen zu ihren „Nudelmessen“ anbringen lassen - direkt unter den Hinweisen der katholischen und evangelischen Kirche.

Foto: www.pastafari.eu

Die sogenannte "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" sorgt im uckermärkischen Templin für Verärgerung. Nach einem Bericht des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) haben die örtlichen sogenannten "Pastafaris" von der Stadtverwaltung die Erlaubnis erhalten, an den Ortseingängen Hinweisschilder auf ihre "Nudelmessen" anzubringen. Die Schilder wurden unter denen von katholischer und evangelischer sowie den Freikirchen angebrachten Schildern mit Hinweisen auf Messen und Gottesdienste angebracht.

Der evangelische Templiner Pfarrer Ralf-Günther Schein zeigte sich entsetzt. Er sprach von einer "Anmaßung" und "Geschmacklosigkeit". Verwunderlich sei, dass die Initiative von der Stadtverwaltung das Recht erhalten habe, ihre Schilder neben denen der Kirche aufzuhängen. Die Kirchen würden sich dagegen zur Wehr setzen, kündigte Schein an.

In der Stadtverwaltung von Templin war am Wochenende niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der örtliche Ober-"Pastafari" Rüdiger Weida soll die Genehmigung für das Aufhängen der Schilder laut RBB beim Straßenverkehrsamt beantragt haben.

Eine Gottheit, die aussieht wie Nudeln mit Fleischbällchen

Die "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" ist weltweit organisiert. Die Anhänger verehren eine Gottheit, die aussieht wie eine große Portion Nudeln mit Fleischbällchen. Sie nennen sich Pastafari und strapazieren die Idee der Religionsfreiheit, wo sie nur können.

So erstritten sie in einigen Ländern das Recht, auf Führerschein- und Ausweisfotos ein Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung tragen zu dürfen. Sie werben mit lockeren moralischen Standards und versprechen ihrer Gemeinde ein Jenseits mit "Stripperfabrik" und "Biervulkan".

In Anspielung auf eine japanische Nudelsuppe beenden sie ihre Gebete mit "Ramen" statt mit "Amen". Der heiligste Feiertag der Pastafari ist der Freitag, welcher jede Woche stattfindet. An diesem Tag soll man es als Pastafari ruhig angehen lassen und das "Monsterunser" beten.

Parodie auf Kreationismus

Ausgedacht hat sich die Gaga-Religion 2005 der US-Physiker Bobby Henderson als Parodie auf die kreationistische Pseudowissenschaft "Intelligent Design", die auf Betreiben fundamentalistischer US-Christen gleichberechtigt neben der Evolutionslehre in manchen Schulen unterrichtet wird. In einem offenen Brief an die Schulbehörde von Kansas forderte er, seine Glaubensrichtung wie den Kreationismus in öffentlichen Schulen zu lehren. Seither wird Henderson als Prophet der Kirche verehrt.

In Deutschland kämpfen die Gläubigen übrigens für ein ganz besonderes Anliegen: Sie arbeiten an der bundesweiten Anerkennung des Freitags als eines religiösen Feiertags.

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