14.07.2011, 18:12

Führerscheinfoto Mann besteht auf Nudelsieb als Kopfbedeckung

Mit Nudelsieb auf dem Kopf auf Führerscheinfoto

Foto: dpa / dpa/DPA

Ein Österreicher hat auf einem Führerscheinfoto mit Nudelsieb bestanden, um für ein allgemeines Recht auf Kopfbedeckung zu kämpfen. Nun muss er zum Amtsarzt.

Niko Alm (34), PR-Mann aus Österreich, ist zufrieden mit dem Ausgang seiner schlagzeilenträchtigen Führerschein-Aktion. Für das Foto in dem amtlichen Dokument hatte der bekennende Atheist mit einem Nudelsieb auf dem Kopf posiert. Mit dem eigenwilligen Vorstoß habe er einen Präzedenzfall schaffen wollen, sagte Alm der " Frankfurter Allgemeinen Zeitung ".

Ihm sei es um die Frage gegangen, warum eine besondere Kopfbedeckung nur bestimmten religiösen Gemeinschaften zustehe. Alm: "Warum sollte nicht auch ich dieses Sonderrecht bekommen?"

Alm wurde nach zweieinhalbjähriger Wartezeit sein Führerschein ausgehändigt. Ende 2008 habe er sich erstmals an die Behörden gewandt, sagte Alm der Zeitung. "Ich hatte das Nudelsieb damals auch auf dem Kopf, damit mein Antrag schlüssig war."

Statt der Fahrerlaubnis bekam der Aktivist jedoch zunächst eine Einladung zum Amtsarzt, der feststellen sollte, ob er psychisch befähigt sei, ein Auto zu fahren. "Nach langer Verzögerung" habe er dann schließlich das Dokument erhalten, so Alm.

Der Sprecher einer Laizismus-Initiative, die für eine strikte Trennung von Staat und Religion eintritt, wählte für seine Aktion ein Nudelsieb, um auf seine Mitgliedschaft in der Religionsparodie der "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" hinzuweisen.

Als nächstes kündigte der Aktivist an, den von einem US-Physiker begründeten "Pastafarianismus" in Österreich als Religionsgemeinschaft anerkennen lassen zu wollen. Die Chancen dafür stünden allerdings schlecht. Alm ist katholisch getauft, hat nach eigenen Angaben keinerlei religiöse Traumata erlitten, sondern sich "aus freien Stücken für den Atheismus entschieden".

(KNA/mk)
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