Alexanderplatz

Flüchtlinge im Hungerstreik - Räumung am Oranienplatz

Auch am sechsten Tag harren 14 afrikanische Flüchtlinge auf dem Alex ohne Essen und Trinken aus. Sie seien bereit, für ihre Forderungen zu sterben. Am Oranienplatz gab es wieder eine Räumung.

Foto: Steffen Pletl

Die afrikanischen Flüchtlinge vom Alexanderplatz wollen ihren Hungerstreik auch am sechsten Tag fortsetzen. "Es gibt kein Limit für unseren Streik. Wir machen so lange weiter, bis unsere Forderungen erfüllt sind. Wir sind bereit zu sterben", sagten einige der 14 Männer am Donnerstag.

Die Flüchtlinge essen und trinken nichts mehr. Nach ihren Angaben wurden bereits 13 von ihnen in Krankenhäuser gebracht. Am Donnerstagmorgen waren aber alle 14 Protestierer vor Ort. In einem Brief an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fordern sie, ihre Asylanträge innerhalb von zwei Tagen zu prüfen und sie als Flüchtlinge anzuerkennen.

Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) warnte davor, dass sich am Alexanderplatz Zustände wie am Oranienplatz wiederholen. "Wenn wir das zulassen, machen wir uns erpressbar", sagte Kolat vor Journalisten.

Räumung von Schlaflager in Kreuzberg

In Kreuzberg hat die Polizei am Donnerstagmorgen ein Schlaflager der protestierenden Flüchtlinge am Oranienplatz aufgelöst. Rund 25 Flüchtlinge und Unterstützer hatten an der Nordseite des vor vier Wochen geräumten Zeltlagers auf dem Oranienplatz eine Dauer-Mahnwache eingerichtet, weil sie die Vereinbarung mit dem Senat zur Räumung des Platzes nicht akzeptieren. Auf einer Plane breiteten sie inzwischen dünne Matratzen, Decken und Dutzende Kleidertüten aus. "Ein Schlaflager ist nicht durch das Demonstrationsrecht gedeckt", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Donnerstag.

Zunächst packten die Flüchtlinge nach Aufforderung durch die Polizei selbst ein. Dann setzten und legten sie sich auf die Plane. Die Polizisten hätten die Flüchtlinge von der Plane gehoben und die Matratzen und Säcke an eine von den Flüchtlingen genannte Adresse gefahren. Die Mahnwache könne so fortgesetzt werden, sagte Redlich.

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