05.12.12

Großfeuer

Berliner stirbt nach Brand – Wohnungen stark beschädigt

In Lichtenberg hat es in einem Mehrfamilienhaus gebrannt. Ein 62-Jähriger sprang aus dem Fenster im dritten Stock.

Foto: Steffen Pletl
Wohnungsbrand
Brand: Binnen kurzer Zeit stand das Mehrfamilienhaus in Berlin-Lichtenberg Flammen

Bei einem Großbrand in einem Mehrfamilienhaus in Berlin-Lichtenberg ist am Mittwochmorgen ein 62-jähriger Mann ums Leben gekommen. Die weiteren, zum Zeitpunkt des Brandes anwesenden 30 Bewohner des Hauses konnten sich unverletzt vor den sich schnell über mehrere Stockwerke ausbreitenden Flammen in Sicherheit bringen. Allerdings wurden zehn Wohnungen vom Bezirksamt als vorläufig unbewohnbar eingestuft und gesperrt.

Die Feuerwehr war um 6.22 Uhr in die Eberhardstraße alarmiert worden. Als die Löschkräfte eintrafen, brannte nicht nur eine Wohnung im dritten Stock, die Flammen hatten inzwischen auch nahezu den gesamten Dachstuhl des Gebäudes erfasst. Dabei standen 600 der insgesamt 800 Quadratmieter Fläche des Dachstuhls in Flammen.

Die eintreffenden Feuerwehrleute stießen bei ihrem Einsatz auf eine leblos vor dem Haus am Boden liegende Person. Bei dem Mann handelte es sich um den 62 Jahre alten Mieter der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war. Offenbar hatten die sich rasend schnell ausbreitenden Flammen ihm jeden Fluchtweg durch das Treppenhaus versperrt, so dass der Mann aus dem Fenster im dritten Stock sprang, tragischerweise kurz bevor die Einsatzzüge der Feuerwehr mit einer Drehleiter eintrafen. Er wurde bei dem Sturz schwer verletzt und verstarb trotz aller Bemühungen eines Notarztes kurze Zeit noch am Brandort.

Möglicher tragischer Hintergrund

Mit Angaben zur Ursache des Brandes hielten sich Polizei und Feuerwehr am Mittwoch merklich zurück, ein Brandkommissariat ermittele, hieß es lediglich. Allerdings machten bereits während der Löscharbeiten Gerüchte die Runde, die auf einen möglicherweise tragischen Hintergrund deuten. Dem 62-Jährigen habe wegen Mietrückständen die Kündigung oder Räumung gedroht, hieß unter den Anwohnern.

Brandstiftung, möglicherweise sogar ein Suizid könne daher nicht ausgeschlossen werden, lautete eine der Mutmaßungen. Man werde Gerüchte zwar nicht kommentieren, ermittelte aber in alle Richtungen, sagte ein Polizeibeamter am Nachmittag.

Nachdem die Löscharbeiten gegen 8.30 Uhr abgeschlossen waren, wurde das Gebäude mit seinen 28 Wohnungen von Vertretern des Bezirksamtes gemeinsam mit der Polizei inspiziert. Dabei stellten die Kontrolleure fest, dass zahlreiche Wohnungen vor allem durch Löschwasser stark beschädigt waren. Wegen der starken Wasserschäden wurde die Strom- und Gasversorgung unterbrochen. Neben den zehn gesperrten Wohnungen sind nach Angaben des Bezirksamtes Lichtenberg weitere acht derzeit nur "eingeschränkt bewohnbar".

Den betroffenen Mietern wurden als vorübergehende Unterkünfte Hotelzimmer angeboten, bis zum Nachmittag hat nach Angaben eines Bezirksamtssprechers allerdings nur ein Betroffener von dem Angebot Gebrauch gemacht.

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