Steuerserie 2014

Holen Sie sich Ihr Geld vom Finanzamt zurück

Vier von fünf Berlinern haben 2011 Geld vom Finanzamt wiederbekommen, im Schnitt 843 Euro. Eine Steuererklärung lohnt sich also. Die Berliner Morgenpost hilft Ihnen mit Tipps und Beispielen. Teil 1.

Es gibt zweifelsohne attraktivere Beschäftigungen als die alljährliche Steuererklärung. Doch wer sich vor der lästigen Pflicht drückt, verschenkt viel Geld. Schließlich behält der Fiskus bei einem Großteil der Arbeitnehmer im Laufe des Jahres zu viel Lohnsteuer ein. Das zeigt ein Blick in die Statistik: 2011 haben die Berliner Finanzämter an 78,4 Prozent der Arbeitnehmer, die eine Steuererklärung eingereicht haben, Geld überwiesen – im Schnitt 843 Euro. Der Stundenlohn für das Ausfüllen der Bögen kann sich also sehen lassen. „Viele Arbeitnehmer, die keine Steuererklärung machen, verschenken Geld“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

Kaum Veränderungen zu 2012

Zudem macht es der Staat den Steuerzahlern bei der Abrechnung für das Jahr 2013 leicht: Auf große Änderungen müssen sie sich nicht einstellen. Denn allzu kreativ war die damals noch schwarz-gelbe Regierung nicht, das Jahressteuergesetz 2013 war am Veto der Opposition gescheitert. Erst Anfang Juni haben die Politiker dann doch einige Steueränderungen im sogenannten Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz verabschiedet. Auf welche Änderungen sich Steuerzahler für die Abrechnung 2013 einstellen müssen, erfahren sie in der achtteiligen Serie der Berliner Morgenpost.

Ehrenamt Für das Jahr 2013 zeigt sich der Fiskus besonders spendabel gegenüber Leuten, die sich ehrenamtlich oder als Übungsleiter in gemeinnützigen Organisationen engagieren. Sie können sich über höhere Freibeträge freuen. So hat die Regierung den Überleitungsfreibetrag von 2100 auf 2400 Euro angehoben. Bis zu dieser Höhe bleiben Vergütungen sozialversicherungs- und steuerfrei. Ehrenamtliche Helfer in gemeinnützigen Organisationen und Vereinen verfügen nun über einen Freibetrag von 720 Euro (bisher: 500 Euro). Und ehrenamtlichen rechtlichen Betreuern und Pflegern steht ein höherer Betreuerfreibetrag von 2400 Euro zu.

Grundfreibetrag Für 2013 hat die Regierung den Grundfreibetrag auf 8130 Euro angehoben. Was zunächst großzügig klingt, hat den Steuerzahlern im gesamten Jahr maximal 24 Euro mehr beschert.

ELStAM Anfang vergangenen Jahres hat das digitale Zeitalter in der Finanzverwaltung Einzug gehalten. Die farbige Lohnsteuerkarte ist endgültig Geschichte. Informationen wie Lohnsteuerklasse, Religionszugehörigkeit oder Freibeträge sind nun unter der Steuer-Identifikationsnummer in einer Zentraldatei beim Bundeszentralamt für Steuern gespeichert. Diese Informationen, die sich früher auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte befanden, werden als „Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale“ bezeichnet, abgekürzt: ELStAM. „Wer es noch nicht gemacht hat, sollte die gespeicherten Daten prüfen“, rät Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Denn mitunter haben sich Fehler eingeschlichen. Die LohnSteuerAbzugsMerkmale finden Arbeitnehmer auf ihrer Lohnabrechnung. Zudem können Steuerzahler im Elster-Online-Portal die gespeicherten Daten einsehen.

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Elterngeld Neue Regelungen gibt es seit 2013 auch für künftige Eltern. Sie müssen anders rechnen, wenn sie Elterngeld beantragen wollen. Entscheidend ist nun das monatliche Bruttoeinkommen in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. Davon ziehen die Beamten dann Steuern und Sozialabgaben mit Pauschalsätzen ab. Bislang war das Nettoeinkommen für die Höhe des Elterngeldes relevant. Die Folgen für Eltern sind nicht immer positiv: „Leider aber wird das neu berechnete Nettoeinkommen in vielen Fällen geringer ausfallen als bisher und folglich auch das monatliche Elterngeld“, sagt Peter Kauth, Steuerexperte von Steuerrat24.de.

Elektroautos Kulant zeigt sich der Staat gegenüber denjenigen, die sich ein Elektrofahrzeug zulegen. Wer bis 2015 ein solches Gefährt erstmals zulässt, muss zehn Jahre lang keine Kraftfahrzeugsteuer zahlen. Bislang waren Autos mit Brennstoffzellen fünf Jahre von der Steuer befreit. Die verlängerte Frist gilt auch für alle Fahrzeuge, die bereits seit dem 18. Mai 2011 zugelassen wurden.

Rentner Die Zahl der Ruheständler, die bei ihrem Finanzamt eine Steuererklärung einreichen müssen, wächst. Denn von Rentnerjahrgang zu Rentnerjahrgang steigt der prozentuale Anteil der gesetzlichen Rente, der versteuert werden muss. Für Neurentner des Jahres 2013 liegt dieser Anteil bei 66 Prozent. Doch auch wenn Ruheständler eine Steuererklärung abgeben müssen, bedeutet das nicht automatisch, dass sie Steuern zahlen müssen. Denn sie können in der Steuererklärung auch eine Reihe an Ausgaben auflisten und so ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Mitunter fallen dann nach Abzug aller Kosten keine Steuern mehr an

Einzelveranlagung Von den bislang sieben verschiedenen Veranlagungsformen für Ehepartner haben die Finanzämter einige gestrichen. So entfällt beispielsweise die besondere Veranlagung im Jahr der Heirat. Und aus der getrennten Veranlagung wird eine Einzelveranlagung.

Die achtteilige Steuerserie der Berliner Morgenpost führt Sie durch die einzelnen Formulare. Beispielrechnungen und Tipps stellen dabei sicher, dass Sie kein Geld verschenken. Nächster Teil: Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Die Serie finden Sie hier.