Ratingagentur

S&P stuft Sloweniens Kreditwürdigkeit herunter

Ein weiteres EU-Land ist ins Visier der Finanzmärkte geraten: S&P bewertete den Ausblick für die Bonität Sloweniens als negativ.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise haben die Staaten der Eurozone einen weiteren Rückschlag erlitten. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Sloweniens auf „negativ“ herunter. Zuvor war der Ausblick als „stabil“ bewertet worden. S&P begründete den Schritt mit fehlenden strukturellen Maßnahmen im Land, um das slowenische Staatsdefizit zu senken.

Bereits am Dienstag hatten Moody’s und Fitch erklärt, eine Senkung der Ratings für Portugal und Griechenland in Betracht zu ziehen. S&P teilte mit Blick auf Slowenien mit, der Ausblick „negativ“ spiegele die Möglichkeit wider, innerhalb der kommenden beiden Jahre auch das Rating des Landes herabzustufen. Ein schlechteres Rating verteuert in der Regel für einen Staat die Aufnahme neuer Kredite.

Nach Einschätzung des sloenischen EZB-Ratsmitglieds Marko Kranjec wird der Euro die Schuldenkrise überleben. Zwar gebe es Probleme, sagte der Präsident der slowenischen Notenbank im Fernsehsender TV Slovenija. Doch diese würden gerade gelöst. So habe die Europäische Union im Fall von Irland flexibel gehandelt. Europaminister Mitja Gaspari äußerte sich in derselben Diskussionsrunde dagegen eher skeptisch. Es gebe keine Antwort auf die Finanzkrise in Europa. Nach den Rettungsaktionen für Griechenland und Irland verlören hilfeleistende Mitgliedsländer der Währungszone die Geduld, sagte Gaspari.