JD.com darf Mediamarkt-Saturn übernehmen. Die EU-Kommission hat dem Vorhaben des chinesischen Handelsriesen zugestimmt – allerdings unter Auflagen. Damit soll verhindert werden, dass staatliche Subventionen aus China den Wettbewerb in Europa verzerren. Mediamarkt und Saturn gehören zum Düsseldorfer Handelskonzern Ceconomy, den JD.com übernehmen will. Das Angebot bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro.

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Wirtschaft in Berlin
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Die Brüsseler Behörde hatte festgestellt, dass JD.com von China Subventionen in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüssen bekommen hatte. Die EU-Kommission sah das Risiko, dass daraus finanzierte Kapazitäten letztlich auch Ceconomy zur Verfügung gestellt werden und die Unternehmen Mitbewerber durch „eine aggressive Preispolitik“ unter Druck setzen könnten.
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Um das zu verhindern, müssen sämtliche konzerninternen Geschäfte zwischen JD.com und Ceconomy künftig zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Das gilt insbesondere für Finanzierungen und soll eine Quersubventionierung ausschließen. Die Unternehmen hatten diese Verpflichtungen selbst vorgeschlagen und müssen sich zehn Jahre daran halten.
Die Zustimmung der Brüsseler Behörde ist eine der Voraussetzungen für den Eigentümerwechsel. Staatshilfe unterliegt in der EU strengen Regeln, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Die Behörde prüft auch bestimmte Subventionen von Staaten außerhalb der EU.
Mediamarkt und Saturn: China kritisiert EU wegen Informationsforderungen
China hatte Brüssel deshalb bereits im August mit Gegenmaßnahmen gedroht. Peking warf der Behörde vor, umfangreiche und unnötige Informationen aus China verlangt zu haben. Zudem untersagte das chinesische Justizministerium Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen zu unterstützen.
JD.com hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot abgegeben und sich wenige Monate später die Mehrheit der Ceconomy-Aktien gesichert. Behörden in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, prüften die Übernahme ebenfalls und gaben schließlich grünes Licht.
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Die Freigabe erfolgte vielfach unter Auflagen. Diese sollen in Deutschland unter anderem den Schutz personenbezogener Kundendaten gewährleisten. Zudem erhält die Bundesregierung weitreichende Kontrollrechte und kann die Genehmigung bei Verstößen widerrufen.
JD.com ist einer der zehn größten Handelskonzerne weltweit
Mediamarkt-Saturn ist Europas größter Elektronik-Fachhändler und nach Amazon, Otto und Zalando der viertgrößte Onlineshop in Deutschland. Das Handelsunternehmen Ceconomy, zu dem die Mediamarkt-Saturn Retail Group heute zählt, entstand 2017 als Abspaltung von Metro und betreibt mehr als 1000 Märkte in elf europäischen Ländern.
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JD.com zählt laut dem Forschungsinstitut EHI zu den zehn größten Handelskonzernen der Welt und erzielte 2024 einen Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar. In Deutschland startete das Unternehmen im März 2026 den Onlineshop Joybuy.
JD.com erklärte, Geschäftsmodell und Strategie von Ceconomy sollten unverändert bleiben. Der Vorstand werde weiterhin für die Geschäftsstrategie und die operative Führung verantwortlich sein. Auch die für Mitarbeitende, Marken und Märkte wichtigen Grundlagen wolle der Konzern schützen.
kath/dpa







