Das Freibad ist brechend voll, Kinder rennen und schreien und um liegen gelassene Essensreste schwirren unzählige Wespen. Wie schön wäre ein eigener Pool im Garten!

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Für mehrere Millionen Menschen in Deutschland ist das kein Traum, sondern Realität. Knapp 2 Millionen private Schwimmbecken gibt es hierzulande. Knapp ein Drittel davon sind Aufstellbecken mit einer Wassertiefe von mindestens 1,20 Metern – und einem Preis von 4000 Euro und aufwärts. Ein weiteres Drittel – gut 750.000 – sind in den Boden eingelassene Freibäder. Außerdem gibt es knapp 220.000 private Indoorpools in Deutschland.

Poolpreise starten bei 25.000 Euro – nach oben keine Grenze

Der Preis für einen individuell geplanten Pool bei einem Fachunternehmen für Schwimmbadbau startet bei ungefähr 25.000 bis 30.000 Euro. Nach oben gibt es kaum eine Preisgrenze. Denn je nach Beckenmaterial und Beckenausstattung – will man beispielsweise noch eine Gegenstromanlage, Schwalldusche oder Unterwasserscheinwerfer – sind die Kosten unterschiedlich. „Auch die Arbeitslöhne variieren je nach Region, und die Beschaffenheit des Grundstücks kann möglicherweise Mehrarbeiten und damit Zusatzkosten erforderlich machen“, erläutert der Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bsw).

Übrigens: Wer den Bau eines Pools plant, sollte neben den Anschaffungs- und Baukosten auch die laufenden Kosten nicht unterschätzen. Die Kosten für Strom durch Pumpe und Heizung, Wasser, Chemikalien, Reparaturen und Ersatzteile können je nach Nutzung zwar stark variieren. Der Bundesverband rechnet mit ab 5 Euro pro Tag für einen kleineren Pool. Aufs Jahr gerechnet sind das mehr als 1800 Euro.

So viel Wertsteigerung erlebt ein Haus mit Pool

Viel Geld – das unter Umständen aber durch einen Verkauf des Hauses samt Pool wieder amortisiert werden könnte. Denn wie das Onlineportal Immowelt vorrechnet, erhöht ein vorhandener Swimmingpool den Hauspreis um 13 Prozent. Was bei einem durchschnittlichen Haus (5 Zimmer, 140 Quadratmeter Wohnfläche, 600 Quadratmeter Grundstücksfläche) 46.890 Euro entspricht. So könnte ein Wertzuwachs Teile der Baukosten – je nach Größe und Ausstattung von 15.000 bis 50.000 Euro – auffangen.

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In der Regel sind nach den jeweiligen Landesbauordnungen Wasserbecken bis zu einem Volumen von 100 Kubikmetern genehmigungsfrei. „Es kann aber je nach Gebiet Abweichungen geben. Daher sollte man im Zweifel beim örtlichen Bauamt nachfragen“, teilt der Bundesverband auf Nachfrage mit.

Zum besseren Verständnis: Ein Pool, der 8 Meter lang, 4 Meter breit und 1,5 Meter tief ist, hat ein Volumen von 48 Kubikmetern, also 48.000 Litern. Der Verband rechnet zudem mit einem Wasserpreis von 0,2 Cent pro Liter. Daraus ergibt sich für eine Poolfüllung ein Preis von 96 Euro. „Wichtig zu wissen: Mit einer professionellen Wasseraufbereitung vom Poolfachbetrieb kann das Wasser meist mehrere Jahre im privaten Pool bleiben.“

Ist ein eigener Pool noch zeitgemäß?

Trotzdem stellt sich in Zeiten des Klimawandels, ausbleibenden Regens und Dürre unweigerlich die Frage: Ist ein eigener Pool überhaupt noch zeitgemäß? „Auch bei Einhaltung aller bekannten Mittel, Methoden und Regeln zum umweltschonenden Betrieb eines privaten Pools ist dieser weder nachhaltig noch umweltschonend“, urteilt das Umweltbundesamt. „Der hohe Wasserverbrauch und der Chemikalieneinsatz zur Desinfektion belasten die Umwelt.“

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Im Gegensatz zum Bundesverband spricht sich das Umweltbundesamt dafür aus, das Poolwasser regelmäßig auszutauschen, um hygienische Risiken zu mindern. In öffentlichen Bädern würden beispielsweise aus hygienischen Gründen zur Wassererneuerung 30 Liter Frischwasser je Badegast und Tag zugesetzt.

Tipp: Wann Sie den Pool am besten befüllen sollten

Wer nicht auf ein privates Schwimmbecken verzichten will, sollte es möglichst vor der Sommer- beziehungsweise Hitzesaison oder nachts befüllen, rät das Umweltbundesamt. Denn im Sommer kommt es in Deutschland mittlerweile regelmäßig vor, dass es zeitweise verboten ist, den Garten zu gießen oder den Pool mit Leitungswasser zu füllen, weil es so trocken ist.

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Um möglichst Wasser zu sparen, rät der bsw dazu, das Freibadbecken abzudecken. Dies würde die Verdunstung um bis zu 80 Prozent reduzieren. Gleichzeitig sinkt durch eine Poolabdeckung bei beheizten Becken der Energieverbrauch, da die Wärme so besser gespeichert wird.

So wird das Poolwasser am Ende der Saison entsorgt

Übrigens: Am Ende der Badesaison darf das Poolwasser nicht einfach in den Boden abgelassen werden. Denn oft genug ist es mit Chemikalien versetzt. So behandeltes Wasser sollte nur in die Kanalisation abgeleitet werden, unterstreicht das Bundesumweltamt. Wer sein Poolwasser trotzdem nicht sachgerecht entsorgt, riskiert vielerorts ein Bußgeld.

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Insgesamt gehen die Deutschen immer sorgfältiger mit der Ressource Wasser um: Lag der tägliche Verbrauch 1990 noch bei 147 Litern, liegt er aktuell laut dem Bundesumweltministerium zwischen 120 und 123 Litern Trinkwasser pro Person und Tag. Insgesamt werden jedes Jahr in Deutschland 17,9 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht. Das sind 10 Prozent des gesamten deutschen Wasservorkommens – der Großteil bleibt also im Ökosystem. Von den knapp 18 Milliarden Kubikmetern Wasser fließen knapp 40 Prozent in die Energieversorgung, rund 29 Prozent in den Bergbau und das verarbeitende Gewerbe sowie 2,5 Prozent in die Landwirtschaft. Knapp 30 Prozent gehen in die öffentliche Wasserversorgung, wozu auch die Trinkwasserversorgung gehört, die das Wasser für den heimischen Pool mit einschließt.