Der sehr heiße und trockene Sommer hat die Wasserversorgung in Deutschland zeitweise stark unter Druck gesetzt. Das zeigt eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter kommunalen Wasserversorgern, deren Ergebnisse dieser Redaktion vorliegen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Von 147 Unternehmen, die Angaben zur Situation in diesem Sommer gemacht haben, sagten 53 Prozent, dass sie eine mindestens angespannte Versorgungssituation erlebt hätten. Weitere 16 Prozent berichteten sogar von Engpässen in der Versorgung.  

Die Verbräuche lagen dabei in den heißen Perioden des Sommers laut Umfrage deutlich über den sonst üblichen Werten. 29 Prozent der Unternehmen gaben an, 10 bis 19 Prozent mehr Wasser abgegeben zu haben als sonst, 21 Prozent berichten von einer Steigerung von 20 bis 29 Prozent. Bei einem Viertel der Versorger lagen die Verbräuche mehr als 30 Prozent über dem Normalwert.

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Die Unternehmen sehen die Gründe dafür vor allem in höheren Verbräuchen in Haushalten wegen der Hitze (60 Prozent) und im zusätzlichen Bedarf durch hitzebedingte Nutzungen wie Poolbefüllungen und Gartenbewässerung (71 Prozent; Mehrfachnennung möglich). Jedes fünfte Unternehmen gab aber auch an, keine besonderen Belastungsfaktoren feststellen zu können. 37 Prozent der befragten Unternehmen reagierten auf die Lage mit Appellen an die Kunden, Wasser zu sparen.

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Karsten Specht, Vizepräsident des VKU, sieht angesichts des Klimawandels wachsenden Handlungsbedarf: „Sowohl Wasserressourcen als auch die technische Infrastruktur geraten bei lang anhaltender Dürre und steigenden Nachfragespitzen immer häufiger an ihre Belastungsgrenzen“, sagte Specht dieser Redaktion. 71 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Nachfragespitzen, Infrastrukturherausforderungen und Ressourcenknappheit schon in den vergangenen Jahren zugenommen hätten.

Vor diesem Hintergrund spricht sich der VKU für eine neue Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung aus. „Daseinsvorsorge beginnt, bevor aus Herausforderungen große Probleme werden“, sagte Specht dieser Redaktion. Die kommunale Wasserwirtschaft stünde vor einer „Generationenaufgabe“. Wasserverfügbarkeit zu sichern, Infrastruktur klimaresilient auszubauen und Hochwasser- und Starkregenvorsorge zu stärken, erfordere erhebliche Investitionen. „Deshalb braucht es jetzt eine neue Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung, damit der Bund Länder und Kommunen dauerhaft und gezielt unterstützen kann.“ Das Bundeskabinett will am zweiten Tag seiner Kabinettsklausur am Mittwoch auch über Klimaschutz und Klimaanpassung diskutieren.