Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug bei der Bahn. Mit ihrem Einsatz sollen Störungen im Verkehr schneller erkannt und die Informationen darüber an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem können Reisende bald einen KI-Bot nach den besten Verbindungen für ihre Fahrt fragen. Als Antwort bekommen sie dann infrage kommende Züge aller Verkehrsunternehmen angezeigt, nicht nur die der Deutschen Bahn (DB). 

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Neuerungen sind Bestandteil des von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) geforderten Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation“. 50 Millionen Euro nimmt Bahn-Chefin Evelyn Palla für den Ausbau der IT-Systeme in die Hand. „Damit machen wir die Kundenkommunikation verlässlicher, schneller und besser“, verspricht Palla. Schnieder betont, dass Reisende künftig auf allen Kanälen einheitlich und nahezu in Echtzeit über Verspätungen, Zugausfälle oder Gleiswechsel informiert werden. 

Spannende Artikel zur Deutschen Bahn

Deutsche Bahn: Bessere Anzeigen sollen Fahrgäste schneller informieren

Bisher lässt die Information Schnieder zufolge „oft zu wünschen übrig“. So wurde ein Gleiswechsel beispielsweise schnell im Navigator angegeben, aber noch nicht auf der Anzeige am Bahnhof. Künftig werden Hinweise auf Verzögerungen oder andere Störungen auf allen Kanälen zeitgleich eingespielt. Kurzfristige Änderungen zeigt der Navigator auch deutlich schneller an. Statt bisher bis zu 60 Sekunden nach dem Bekanntwerden etwa einer Änderung der Waggonfolge sollen die Reisenden bereits nach zwei Sekunden darüber in Kenntnis gesetzt werden.

Evelyn Palla vor einem Schild auf dem „Bessere Kundenkommunikation“ steht
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, stellt das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“ vor. © Bernd von Jutrczenka/dpa | Bernd von Jutrczenka

An den Bahnsteigen montiert die Bahn 7.000 neue Anzeiger, deren Schrift besser lesbar ist und die Platz für zusätzliche Informationen über die Fahrten bieten. Unterhalb der Anzeiger werden kleine Monitore installiert. Per Knopfdruck auf einen Taster können sich schlecht sehende Kunden die Anzeigen auch vorlesen lassen. 

Lieben Sie gut recherchierte Geschichten, spannende Interviews und Reportagen?

Textchefin Birgitta Stauber sucht sie in ihrem Newsletter „Das Beste am Sonntag“ für Sie aus, eingebettet in ein persönliches Editorial. Kostenlos abonnieren können Sie den Newsletter hier.

KI-Assistent „Kiana“ erleichtert Reiseplanung

Ein Herzstück der Kommunikation trägt den Namen „Kiana“, ein KI-Assistent. Er ist sowohl auf dem Webportal der Bahn als auch ab dem Jahresende im Navigator zu finden. Kiana beantwortet Fragen rund um die Reiseplanung in über 100 Sprachen, erläutert, ob Aufzüge und Rolltreppen verfügbar sind oder wie lange die Wegzeiten im Bahnhof sind. 

Eine organisatorische Änderung macht auch unternehmensübergreifende Fahrtinformationen möglich. Dafür wird die zentrale Datenplattform vom Fernverkehr der DB auf die gemeinwohlorientierte Infrastruktursparte InfraGO übertragen. Unter der Marke DB Info entwickelt das Unternehmen eine anbieterneutrale Webseite, die ab dem kommenden Dezember verfügbar sein soll. Sie bietet Echtzeitinformationen zu den Fahrten aller Verkehrsunternehmen an und verlinkt diese auch mit den Buchungszentralen der einzelnen Bahnunternehmen. 

Auch interessant

Die Reisendeninformation betrifft das dritte Sofortprogramm in diesem Jahr. Zuvor hat die DB bereits Millionen in mehr Sauberkeit und Sicherheit an den Bahnhöfen und in den Zügen investiert. Auch sollen die Reisen bequemer werden, etwa durch eine bessere Verfügbarkeit von Speisen und Getränken in den Bordbistros oder häufiger gereinigte Züge. Laut Palla zeigen Kundenbefragungen, dass die Reisenden zufriedener seien, obwohl die Pünktlichkeit weiterhin unbefriedigend sei.