Bahnchefin Evelyn Palla hat sich viel vorgenommen. Bis sich das in pünktlicheren Zügen niederschlägt, wird es eingestandenermaßen noch länger dauern. Mit Sofortprogrammen will sie nun für mehr Sicherheit und Sauberkeit an den Bahnhöfen, eine bessere Information der Reisenden und funktionsfähige Bordbistros in den Zügen sorgen. „Es sind keine Ankündigungen, sondern schnell spürbare Verbesserungen für unsere Kundinnen und Kunden“, verspricht Palla beim Startschuss für das erste Programm.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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25 Bahnhöfe sollen in diesem Jahr mit einem verstärkten Einsatz von Sicherheitskräften, zusätzlichen Reinigungs- und Reparaturteams und zusätzlicher Kameraüberwachung ausgestattet werden. 50 Millionen Euro investiert die Bahn in Personal und Ausstattung. Am Berliner Hauptbahnhof geht es nun los. Auf der Liste der folgenden Bahnhöfe stehen: Kiel, Bremen, Hamburg, Hannover, Frankfurt (Main) Hauptwache, Essen, Köln, Mainz, Mannheim, Nürnberg, München Pasing, Greifswald, Eberswalde, Bitterfeld, Leipzig, Jena Paradies, Offenbach Ost, Schlüchtern, Ahrweiler, Remagen, Reutlingen, Saarlouis, Schwäbisch Gmünd und Dillingen.

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Auch der Frühjahrsputz an den Stationen fällt in diesem Jahr umfangreicher aus. Statt bisher 700 Bahnhöfe werden mit 1400 doppelt so viele Stationen einer Grundreinigung unterzogen. Viele davon liegen laut Bahn im ländlichen Raum. Die Putztrupps entfernen dabei auch Kaugummireste, Graffiti und säubern die Bedienflächen an Aufzügen und Automaten.

Bahn setzt auf mehr Sicherheit, Service und Sauberkeit

Zusätzliches Sicherheitspersonal soll es unter anderem in Mainz, Mannheim und Hamburg geben. Auch technisch rüstet die Bahn auf. Weitere Stationen werden mit Kameras und Videotechnik ausgestattet. „Schon heute sind an den Bahnhöfen rund 11.000 Kameras für Prävention und eine konsequente Strafverfolgung im Einsatz“, sagt Palla. Eine Präventionskampagne soll darüber hinaus mehr Respekt gegenüber den Bahnbeschäftigten erzeugen. 

Menschen laufen vor dem Essener Hauptbahnhof
Im Rahmen des Sofortprogramms sollen 25 Bahnhöfe, darunter der Essener Hauptbahnhof, sicherer und sauberer werden.© FUNKE Foto Services | Kerstin Kokoska

Zwei weitere Sonderprogramme stehen noch aus. So investiert die Bahn in eine bessere Reisendeninformation, vor allem über den Bahn-Navigator und die Anzeigen an den Stationen. Besser werden soll auch das Fahrgefühl in den Zügen. Hier hat Palla vorwiegend die Bordbistros ins Visier genommen, die allzu oft geschlossen sind, an Personalmangel leiden, technische Probleme haben oder wo es an Vorräten fehlt. Außerdem will Palla auch in den Zügen zusätzliche Reinigungskräfte einsetzen.

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„Die Trendwende auf der Schiene gelingt nicht mit einem großen Schlag“, räumt Palla ein, „sie gelingt in vielen kleinen Schritten.“ Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) stärkt Palla dabei den Rücken. „Die Bahn muss wieder zuverlässiger werden“, sagt der Minister, „wir stehen vor einem Modernisierungsjahrzehnt.“ Dafür werde der Bund viel investieren. Allein in diesem Jahr sind es 23 Milliarden Euro. Die Bautätigkeit hat einen großen Nachteil, weil sie zulasten der Pünktlichkeit auf dem ohnehin überlasteten Netz geht. Es werde dauern, bis das Pünktlichkeitsniveau wieder in einem zufriedenstellenden Bereich liege, sagt Schnieder.