In Aussicht stehende Milliardenausgaben für Verteidigung und die Infrastruktur – den deutschen Aktienindex Dax trieb das zuletzt neun Handelstage am Stück ins Plus. Auch am Dienstag waren zunächst Kursgewinne erwartet worden. Doch dann wurde Friedrich Merz (CDU) im ersten Wahlgang im Bundestag überraschend nicht zum neuen Bundeskanzler gewählt. Ein Kursrutsch war die Folge.

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Der Dax zeigte sich kurzzeitig verschnupft, fing sich dann und notierte gegen Mittag nur noch mit gut einem Prozent im Minus. Ein Rückgang, der zu verschmerzen ist, kommentierte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, gegenüber unserer Redaktion. Langfristig aber sei die Pleite für Merz im ersten Wahlgang kein gutes Zeichen.
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„Die Abstimmungspanne ruft in Erinnerung, dass sich eine künftige schwarz-rote Bundesregierung nur auf eine äußerst knappe Mehrheit stützen könnte. Das ist ein schwieriges Umfeld für wirtschaftspolitische Reformen“, sagte Krämer. Und weiter: „Wir erwarten weiter keinen echten Neustart in der Wirtschaftspolitik, der nach der langjährigen Erosion der Standortqualität notwendig wäre.“
Historische Pleite: Das Merz-Debakel in Bildern

Merz: Volkswirt sieht durch Abstimmungsverhalten abschreckende Wirkung
Allerdings: Vielen Börsianern sei das schon vor der Abstimmung im Bundestag klar gewesen, so der Banker weiter. „Insofern hat der Dax nicht stark gelitten. Der Ausgang des Zollstreits bleibt für die Börsen wichtiger“, erklärte Krämer, der damit auf den weiter drohenden Handelskrieg zwischen den USA und der Europäischen Union anspielt.
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Reinhard Pfingsten, Chief Investment Officer der apoBank, sagte laut Mitteilung, er gehe von einer zeitnahen Wiederholung der Kanzlerwahl aus und damit auch von einer Kurserholung im Dax. „Allerdings bleibt der Wehrmutstropfen, dass internationales Kapital gerade Deutschland und Europa wiederentdeckt hat – solche Vorgänge schrecken Investoren natürlich ab“, so Pfingsten mit Blick auf die missglückte Abstimmung im Parlament.
Sollte Merz tatsächlich nicht – und auch in möglicherweise folgenden Wahlgängen nicht – zum Kanzler gewählt werden, drohen laut dem Leiter des Wertpapiergeschäfts der Deutschen Kreditbank (DKB), Robert-Martin Welle, auch langfristige Folgen. Er sagte dieser Redaktion: „Eine tatsächliche Nicht-Wahl würde bei deutschen Aktien, insbesondere bei Dax-Unternehmen, zu spüren sein.“ Man sollte aber nicht in Panik verfallen. „Wir raten Anlegerinnen und Anlegern Ruhe zu bewahren und sich vor allem mit Blick auf ETF-Sparpläne langfristig zu orientieren“, so Welle.























