Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr zieht die Berliner Zentrale der weltweit tätigen Dienstleistungsgruppe Dussmann die Zügel an. Das Unternehmen werde seine internationalen Landesgesellschaften enger zusammenführen, sagte Dussmann-Chef Dirk Brouwers am Mittwoch. Offenbar auch eine Konsequenz aus Problemen der arabischen Tochter, die dem Unternehmen ausgerechnet im 50. Gründungsjahr einen Gewinneinbruch beschert hatte. Brouwers sprach bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch von „Fehlentwicklungen“ in der Landesgesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Details nannte er allerdings nicht. In Dubai ist Dussmann unter anderem für die Reinigung des Flughafens zuständig. Die Gruppe ist in 20 Ländern aktiv.
Der Gewinnrückgang ist die Schattenseite des rapiden Wachstumskurses, den die Dussmann-Führung eingeschlagen hat. Dussmann ist in 20 Ländern aktiv. Mittlerweile arbeiten 61.000 Menschen für das Unternehmen, das vor allem im Gebäude- und Anlagenmanagement, Catering sowie in der Seniorenbetreuung tätig ist. Unter dem Namen Kursana ist Dussmann einer der größten Betreiber von Seniorenresidenzen in Deutschland, mehr als 13.000 Senioren werden betreut. Der Gruppe gehört auch das Kulturkaufhaus an der Friedrichstraße.
Der Gesamtumsatz stieg 2013 das zehnte Jahr in Folge und legte um 6,6 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro zu. Dazu trugen laut Brouwers alle Geschäftsbereiche bei. Besonders das Servicegeschäft in Deutschland sei stark gewachsen. Es habe sich erneut als Vorteil erwiesen, dass wesentliche Teile des Geschäfts wie Dienstleistungen für öffentliche Kunden oder die Pflege und Betreuung von Senioren, sich kaum oder gar nicht konjunkturabhängig entwickelten, hieß es im Geschäftsbericht. Der Vorstandschef verwies zudem auf die Übernahme der Dresdner Kühlanlagenbau mit 500 Mitarbeitern, den ersten Zukauf im deutschen Servicebereich seit 1999.
Dussmann peilt Umsatz von zwei Milliarden Euro an
Langsam wächst auch das Geschäft mit Kinderbetreuung. Dussmann betreibt seit 2012 Betriebskindergärten. Im vergangenen Jahr wurde für die HypoVereinsbank in München eine Kita eröffnet, die dritte insgesamt. In diesem Jahr sollen zwei weitere Betriebskindergärten eröffnet werden, einer in Koblenz, einer in Sachsen-Anhalt.
Für das laufende Jahr peilt die Gruppe einen Umsatz von zwei Milliarden Euro an, sagte Catherine von Fürstenberg-Dussmann. Die Ehefrau des im vergangenen Jahr verstorbenen Firmengründers Peter Dussmann steht seit 2010 an der Spitze einer Stiftung, der die Unternehmensgruppe gehört.
Das Familienunternehmen macht traditionell keine Angaben zum Gewinn. Brouwers sagte aber, dass das operative Ergebnis (Ebitda) im vergangenen Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Als Beleg führte er die Ebitda-Marge an, die den Anteil des operativen Gewinns am Konzernumsatz bezeichnet. Sie sank 2013 auf 5,6 Prozent nach 6,1 Prozent im Jahr zuvor.
Dussmann will internationales Geschäft weiter stärken
Vorstandschef Brouwers gab sich optimistisch mit Blick auf die Entwicklung im laufenden Jahr und kündigte an, das internationale Geschäft weiter zu stärken. Dazu sollen alle Landesgesellschaften noch enger zusammengeführt werden und die Trennung zwischen deutschem und internationalem Servicegeschäft aufgelöst werden. Auf die Mitarbeiterzahl solle dies keinen Einfluss haben, sagte Brouwers. Es gehe nicht darum, Personal abzubauen, sondern Kompetenzen zusammenzuführen. „Das heißt Personalaufbau“, betonte er.
Auch der Standort Deutschland und insbesondere der Firmensitz Berlin solle weiter zentral bleiben. Peter Dussmann hatte das Unternehmen 1963 gegründet, seit 1994 hat es seinen Hauptsitz in Berlin. Allein in Berlin und Brandenburg beschäftigt Dussmann mehr als 5600 Menschen. Der in der Region erzielte Umsatz lag 2013 bei 153 Millionen Euro.
gri/dpa




