1. Quartal

Landesbank Berlin ist wieder zurück in den schwarzen Zahlen

Trotz Gewinnrückganges blickt das sparkasseneigene Unternehmen positiv in die Zukunft. Die LBB erwirtschaftete ein Plus.

Die Landesbank Berlin sieht sich trotz eines Gewinnrückgangs wieder auf Kurs. Im ersten Quartal lag der operative Gewinn bei 84 Millionen Euro, nach 106 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie der sparkasseneigene Konzern am Montag mitteilte. Unterm Strich steht damit ein Quartalsüberschuss von 67 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorquartal gab es noch ein Minus in Höhe von 51 Millionen Euro zu verkünden.

„Die LBB ist trotz anhaltender Unsicherheiten und hoher Volatilität an den Kapital- und Finanzmärkten gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, betonte Konzernchef Johannes Evers. „Gerade die jüngsten Vorgänge in Spanien weisen aber darauf hin, dass es keinen Grund zur Entwarnung gibt.“ Die LBB habe jedoch damit begonnen, das Eigenkapital der Bank „wetterfest“ zu machen, um auch künftige Anforderungen der EU-Aufsichtsbehörden erfüllen zu können.

Wegen der Schuldenkrise und des unsicheren Umfelds wagte Evers keine konkrete Jahresprognose für 2012. Er sagte aber, die positive Entwicklung im Kundengeschäft dürfte sich fortsetzen, sofern es keine neuen Verwerfungen an den Märkten gebe. „Dies sollte auch die Chance bieten, die Ertragslage im Konzern wie in der Planung vorgesehen zu verbessern“, sagte Evers. Die Bank sieht das erste Quartal als Beleg für den positiven Trend. Im Schlussquartal 2011 hatte das Institut ein Vorsteuerplus von 69 Millionen Euro erwirtschaftet.

Trotz des Endspurts war das Geldhaus – vor allem wegen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen – erstmals seit 2003 in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust 2011 lag bei 79 Millionen Euro, nach 265 Millionen Euro Gewinn im Jahr davor. Im ersten Quartal dieses Jahres florierte vor allem das Kapitalmarktgeschäft dank Kursgewinnen bei Wertpapieren: In diesem Segment verbuchte die LBB ein operatives Ergebnis von 148 Millionen Euro. Negativ zu Buche schlug das Segment Refinanzierung und Zinsmanagement.

Die deutschen Sparkassen haben Ende April auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen, die übrigen Minderheitsaktionäre aus dem Konzern herauszudrängen. Rechtskräftig ist der sogenannte Squeeze-Out mit Eintrag ins Handelsregister. Die Sparkassen wollen das Institut dann von der Börse nehmen und damit Kosten sparen. Zudem hätte die Sparkassen-Finanzgruppe freie Hand, Geschäfte der LBB und des Sparkassen-Fondsdienstleister DekaBank zu bündeln, wie es Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis angekündigt hat.