Drogeriemarkt-Insolvenz

Rösler setzt bei der Schlecker-Hilfe auf die Länder

Betriebsräte und Insolvenzverwalter verhandeln über eine Auffanggesellschaft für gekündigte Mitarbeiter. Der Wirtschaftsminister setzt dabei auf die Länder.

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Das Hilfspaket für die gekündigten Schlecker-Mitarbeiter wird der Bund laut Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nicht alleine schnüren. Einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von etwa 71 Millionen Euro werde er nur möglich machen, „wenn Baden-Württemberg zusammen mit den anderen betroffenen Ländern die volle Haftung übernimmt“, sagt Rösler dem „ Spiegel“. Das sei „zumutbar“ und „überfordert mit Sicherheit kein Land“. Normalerweise trägt der Bund das Risiko bei KfW-Krediten.

Ob vom Arbeitsplatzverlust betroffene „Schleckerfrauen“ in eine Transfergesellschaft wechseln können, soll unter anderem am Montag in Berlin ausgelotet werden. Die baden-württembergische Landesregierung hat Staatssekretäre und Amtschefs aus den Wirtschaftsressorts eingeladen.

Insolvenzverwalter, die Gewerkschaft Ver.di, das Bundesarbeits- und das -finanzministerium samt Landesregierung Baden-Württemberg versuchen derzeit, die Finanzierung für eine Transfergesellschaft für die 12.000 Schlecker-Beschäftigten zu sichern, die nach der Insolvenz entlassen werden müssen. Bereits am nächsten Samstag s chließen bundesweit rund 2000 Filialen .

Mit seiner Einschränkung riskiert Rösler laut „Spiegel“ Mehrkosten in Millionenhöhe: Sollten sich die Länder nicht auf eine Haftung einigen, dürfte die Transfergesellschaft scheitern. Stattdessen müssten die Beschäftigten ab April direkt Arbeitslosengeld beantragen. Das würde den Staat rund 130 Millionen Euro pro Jahr kosten – der Schaden wäre fast doppelt so hoch, wie ein möglicher Kreditausfall, berichtet der „Spiegel“.

Bis Pfingsten sei der Investor gefunden

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will bis Pfingsten einen Investor für die Drogeriekette auswählen . „Läuft alles nach Plan, können wir bis Pfingsten mit dem Investorenprozess durch sein“, sagte Geiwitz der „Wirtschaftswoche“. Rund zwei Dutzend potenzielle Investoren hätten Interesse signalisiert. „Aus dem Kreis werden wir in den nächsten Tagen eine Vorauswahl treffen. Dann beginnen intensive Verhandlungen“, sagte er.

Als am geeignetsten bezeichnete Geiwitz einen Investor, „der Erfahrung im Handelsbereich hat und sich mit mittelständischen Führungsstrukturen auskennt“. Wesentliche Gläubigergruppen wie die Lieferanten legten Wert auf einen verlässlichen Partner, mit dem das Geschäft fortgeführt werden könne, sagte er weiter. Ziel bleibe es, für Schlecker und die Schwesterkette Ihr Platz möglichst einen gemeinsamen Investor zu finden.